Mein ERSTES Geld (199) : Ein Traum von Jugendzimmer

Karl-Friedrich Stracke Opel-Chef
Foto: dapd

Als Teenager habe ich in den Ferien in einer holzverarbeitenden Fabrik gearbeitet. Ich musste an der Fräsmaschine stehen und Stuhlbeine fräsen. Das hat mir sehr gefallen, ich war sehr stolz. Ich habe dabei vier Wochen bei Verwandten gewohnt, ungefähr 30 Kilometer von meinem Elternhaus entfernt. Der Stundenlohn lag bei 3,50 Mark, denke ich. Das war nicht sehr viel, aber in den vier Wochen kam schon einiges zusammen. Ich habe auf ein Jugendzimmer gespart. Meine Eltern wollten mir das nicht kaufen, aber ich wollte etwas Moderneres haben. Und dann bin ich nach zwei Sommern ins Möbelhaus gegangen und habe mir meinen Wunsch erfüllt. Es war weiß und hat über 1000 Mark gekostet. Ich habe auch im Studium immer gearbeitet, als Dachdecker zum Beispiel, zum Glück habe ich handwerkliches Talent. Vor vielen Jahren habe ich in Rüsselsheim ein Haus gebaut, und vieles habe ich nach Feierabend allein gemacht.

Aufgezeichnet von Moritz Döbler

Der 55-Jährige stammt aus einer nordhessischen Bauernfamilie. Den Hof überließ Stracke seinem jüngeren Brüdern und ging vor mehr als 30 Jahren als Ingenieur zu Opel. Im April übernahm er den Vorstandsvorsitz.

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