Mein ERSTES Geld (20) : Blumenschmuck verkauft

Rüdiger Grube Vorstandsmitglied der Daimler AG

Mein erstes Geld habe ich bereits mit acht Jahren verdient. Damals, Ende der fünfziger Jahre, schnitt ich entlang der Elbrandgebiete Schilfblätter und Rohrkolben, die wir auf Plattdeutsch Pompesel nannten. Zuhause wurden die kleinen Bündel gesäubert und anschließend ging ich dann von Haus zu Haus, um sie als Blumenschmuck zu verkaufen. Für Schilf und Pompesel bekam man pro Stück, je nach Größe, zwischen 10 und 15 Pfennig. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich verschiedene Jobs, die mich ganz ordentlich auf Trapp hielten. Nach der Schule und in den Ferien war ich bei der Kartoffel- und Rübenernte im Einsatz. Von Juni bis August kamen Kirschen ernten und Äpfel pflücken dazu. Für Bäckereien schälte ich nachmittags Dutzende Äpfel und jede Woche habe ich außerdem die Kirchenzeitung in unserer Gemeinde ausgetragen. An manchen Tagen habe ich so 25 Mark verdient und für das Zeitungsaustragen gab es zusätzlich wöchentlich 15 Mark. Ich war sehr stolz auf meine verschiedenen Jobs. Und manchmal hat es auch richtig Spaß gemacht, zum Beispiel beim Traktor fahren.

Aufgezeichnet von Gerd Appenzeller

Rüdiger Grube (56) ist gebürtiger Hamburger und hat dort auch studiert. Nach der Promotion ging er zu MBB, der späteren Daimler- Luftfahrttochter Dasa. Seit 2001 ist er Vorstand für Konzernentwicklung bei Daimler.

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