Mein ERSTES Geld (241) : Schuften im Schlachthof

Seit 2001 ist Heribert Karch Geschäftsführer des Versorgungswerks Metallrente. An seinen ersten Ferienjob erinnert er sich noch gut.

Heribert Karch
Heribert Karch (58) war Leiter der Abteilung Tarifpolitik der IG Metall und maßgeblich an der Schaffung des Versorgungswerks Metallrente beteiligt. Seit 2001 ist der Hobbyfotograf dort Geschäftsführer.
Heribert Karch (58) war Leiter der Abteilung Tarifpolitik der IG Metall und maßgeblich an der Schaffung des Versorgungswerks...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Als Schüler habe ich in den Ferien auf dem Schlachthof im saarländischen Dillingen gearbeitet. Ich musste den Arbeitern, die Schweinfleisch ausgebeint, also die Knochen entfernt haben, die Fleischstücke auf den Tisch werfen. Wir waren wahnsinnig unter Druck, und meine Hände waren wegen der scharfkantigen Knochen voller Wunden. Wenn Sie tierisches Eiweiß in die Wunden bekommen, entzündet sich das sehr schnell. Vor Ende des Jobs ist mir im Kühlhaus auch noch ein tonnenschwerer Wagen über den Fuß gefahren, da war der Ferienjob zu Ende. Ich war 15 oder 16, Gymnasiast, und das, was ich damals kennen gelernt habe, war wirklich eine andere Welt. Die Menschen haben im Akkord geschuftet, das war ein ganz hartes Regime, auch für uns Ferienarbeiter. Ich habe damals 3,30 Mark in der Stunde verdient – für die schwere Arbeit eigentlich viel zu wenig. Es hat aber gereicht, um mir am Ende ein kleines Tonbandgerät zu kaufen.

Aufgezeichnet von Heike Jahberg.

Heribert Karch (58) war Leiter der Abteilung Tarifpolitik der IG Metall und maßgeblich an der Schaffung des Versorgungswerks Metallrente beteiligt. Seit 2001 ist der Hobbyfotograf dort Geschäftsführer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben