Mein ERSTES Geld (245) : Die Grenze überwachen

Matthias Braun Biotech-Lobbyist

Nach der Schule bin ich zur Bundeswehr gegangen, dort habe ich mein erstes Geld verdient. Der Sold lag damals bei 400 D-Mark inklusive Zulagen für das Essen und die Bekleidung. Stationiert war ich in Germersheim und Kemel, wo ich als Radar-Operator am Raketenabwehrsystem eingesetzt wurde. Wir überwachten den Luftraum über Hessen. 25 Kilometer links und rechts der mitteldeutschen Grenze gab es damals die sogenannte „No-Fly-Zone“. In dieser Zone durften keine Flugzeuge fliegen. Die Alliierten machten sich aber immer wieder einen Spaß daraus, am Wochenende unsere Reaktionszeit zu testen. Samstags flogen die Amerikaner und die Engländer in die Verbotszone, sonntags die Russen. Wir hatten dann eine Minute und 20 Sekunden Zeit, um uns in Position zu bringen. Meinen Sold habe ich gespart, um im Studium unabhängig zu sein. Ich wollte nicht irgendeinen Job annehmen müssen, nur um während der Studienzeit über die Runden zu kommen.

Aufgezeichnet von Jahel Mielke

Matthias Braun (49) ist Chef der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB). Der promovierte Chemiker ist Geschäftsführer der deutschen Tochter des Pharmakonzerns Sanofi und lebt in Berlin.

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