Mein ERSTES Geld (7) : Im Chor gesungen

Albert Türklitz

Mit sieben war ich stolzes Mitglied bei den Schöneberger Sängerknaben – und zwar als erster Sopran! Der Chor war damals eine Institution. Wir hatten Auftritte an der Deutschen Oper, in Fernsehshows und zweimal sind wir sogar in die USA gereist. Da kamen im Monat schon 50 bis 100 Mark zusammen. Fünf Mark gab es zum Beispiel für einen Auftritt in der Deutschen Oper, drei Mark für eine Probe. Die Winterzeit war besonders lukrativ, dank der vielen Weihnachtsfeiern. Ich hätte das zwar alles auch ohne Geld gemacht, aber da ich von meinen Eltern nie Taschengeld bekam, war das schon eine feine Sache. Das Geld habe ich eisern gespart, nur ab und zu habe ich mir ein paar Süßigkeiten davon geleistet. Meine erste große Anschaffung kam ein paar Jahre später, und sie hat mir ganz schön Bauchschmerzen bereitet: ein Modellboot, das inklusive Fernbedienung und Akku fast unglaubliche 300 Mark gekostet hat. Über die Jahre kamen unzählige solcher ferngesteuerter Spielzeuge zusammen, Flugzeuge, Autos und so weiter. Sie lagern inzwischen alle im Keller meiner Eltern, manche funktionieren wahrscheinlich noch. Obwohl ich heute noch für Modellbau schwärme, finde ich, dass ich zu alt dafür bin. Aber immer, wenn ich auf der Straße ein Kind damit spielen sehe, möchte ich am liebsten gleich mitspielen.

Aufgezeichnet von Juliane Schäuble

Albert Türklitz  ist Chef von Möbel Hübner

Albert Türklitz (31) hat im Januar die Leitung des Berliner Traditionsunternehmens Möbel Hübner von seinem Vater Achim übernommen. Der gelernte Bankkaufmann ist privat leidenschaftlicher Golf-Spieler.

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