Mein ERSTES Geld (73) : Karohosen statt Röhrenjeans

Wie sich der Gewerkschaftsvorsitzende Klaus Wiesehügel eine schicke Garderobe zusammenverdiente.

Klaus Wiesehügel
Klaus Wiesehügel
Klaus Wiesehügel. -Foto: ddp

Ich bin in Mühlheim an der Ruhr geboren und aufgewachsen. Meine Familie war nicht gerade mit Reichtum gesegnet, trotzdem hatte ich als junger Schüler schon gewisse Ansprüche in Sachen Mode. So wünschte ich mir schicke Karohosen mit Schlag, die damals in waren. Von meinen Eltern bekam ich aber nur enge Röhrenjeans, die auch noch Hochwasser hatten. Das war vielleicht furchtbar! Mit zehn oder elf Jahren suchte ich mir schließlich einen Job in einer Wäscherei, um mein erstes Geld zu verdienen und damit meine Lieblingshosen zu kaufen. Damals habe ich regelmäßig gemangelte Wäsche in einem großen Eisenkarren ausgetragen. Der war höllisch schwer. Für jeden abgelieferten Wäschekorb aber bekam ich 50 Pfennige. Bei gut betuchten Kunden, die ihre saubere, gebügelte Bettwäsche und ihre Tischdecken zurückbekamen, gab’s dann manchmal noch 50 Pfennige obendrauf. Den Job habe ich ungefähr zwei Jahre gemacht. Später habe ich dann in den Sommerferien auf Baustellen gejobbt. Da war der Stundenlohn für damalige Verhältnisse etwas üppiger. Für ungelernte Kräfte gab es 2,55 Mark.

Aufgezeichnet von Yasmin El-Sharif

Klaus Wiesehügel (56) hat nach der Schule Betonbauer gelernt. Kurz darauf begann bereits seine Gewerkschafterkarriere, die ihn 1995 an die Spitze der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) führte.

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