Mein erstes Geld (80) : Rödeln für die Holzkahntour

An den ersten Stundenlohn kann sich Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, nicht mehr erinnern. Aber dass er für sein erstes Geld ordentlich schwitzen musste, hat er nicht vergessen.

Matthias Platzeck Ministerpräsident von Brandenburg
294634_0_1d9eec9e.jpg Foto: dpa
Matthias Platzeck -Foto: dpa

Mein erstes Geld hat mich allerhand Schweiß gekostet. Ich war 16 und mein Vater der Meinung, dass man in diesem Alter den Sommerurlaub durch eigener Hände Arbeit verdienen kann. Also heuerte ich in den Ferien für drei Wochen im Betonwerk Teltow an, acht Stunden in der Tagschicht: Betonplatten gießen, Baustahl schneiden und Bewehrungsdraht „verrödeln“.

Einerseits war das für mich als Schüler die schöne Erfahrung, „etwas Richtiges geschafft“ zu haben, produktive Arbeit, ein greifbares Ergebnis! Andererseits erinnere ich mich ziemlich genau an die körperliche Anstrengung und das Gefühl, am Abend „richtig geschafft“ zu sein.

An den Stundenlohn kann ich mich heute nicht mehr genau erinnern, aber für mich war es eine stattliche Summe. Auch meine Muskeln fand ich in diesem Sommer ansehnlich. Nach dem Einsatz im Betonwerk konnte ich mir dann meinen Ferientraum erfüllen. Ich schipperte mit Freunden im Holzkahn mit Heckmotor von Potsdam über Oranienburg und Neuruppin zum Tornowsee. Die Strecke ist übrigens heute noch jede Mühe wert!

Matthias Platzeck (55) ist SPD-Politiker und seit 2002 der Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Zwischen 2005 und 2006 war der gebürtige Potsdamer Vorsitzender der Sozialdemokraten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben