Mein ERSTES Geld (9) : Blutige Hände

Henning Kagermann[Vorstandssprecher der SAP AG]

Das war ganz unspektakulär: Mein erstes Geld habe ich mit 13 verdient, in den großen Ferien auf dem Bau.Genauer gesagt beim Straßenbau. Ich kann mich noch erinnern, dass ich am Abend blutige Hände hatte und dass es am schwierigsten war, nach einer Woche die Schwielen dranzukriegen. Als Erstes haben sie mich Steine verladen lassen, und dann bekam ich eine Schaufel in die Hand. Ich überlege, ob es damals schon zwei Mark gab, oder noch darunter? Also so um die zwei Mark herum. Gearbeitet habe ich in den Salzgitterwerken. Ich garantiere, dass es einen Teil der Straßen, an denen ich mitgearbeitet habe, noch gibt. Ob aber der Fußweg noch existiert, in den ich als Erstes den Sand hineingeschüttet habe, das weiß ich nicht. Mein Vater hat damals im Salzgitterwerk gearbeitet. Er war Architekt. Daher gab es die Möglichkeit, zu einer der Kolonnen zu kommen. Ich wollte zwar nicht Architekt werden. Aber irgendwie war da das Bestreben, körperlich zu arbeiten. Ich glaube, dass man damals auch der Meinung war, es tut jemandem, der heranwächst und ein Gymnasium besucht, gut, auch einmal mit Leuten zu reden, die nicht auf dem Gymnasium sind. Es hat gutgetan. Ich habe das bestimmt noch fünf Jahre gemacht, bis zum Studium. Ich wurde zum Schluss immer besser, fast Vorarbeiter.

Aufgezeichnet von Corinna Visser

Henning Kagermann (60) leitet den Softwarehersteller SAP, für den er seit 1982 tätig ist. Der promovierte Physiker stammt aus Braunschweig. Der Manager ist verheiratet und hat drei Kinder.

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