Mein ERSTES Geld (90) : Mit Blaupausen zum Aktionär

Hans-Peter Keitel ist promovierter Bauingenieur und ehemaliger Hochtief-Chef. Heute ist er BDI-Präsident. Wie verdiente er sein erstes Geld?

Hans-Peter Keitel[BDI-Präsident]
Keitel
Hans-Peter Keitel -Foto: Thilo Rückeis

Als Schüler habe ich im Familienunternehmen auf dem Bau ausgeholfen. Ich musste richtig mit anpacken, da gab es nichts geschenkt. Von dem Geld habe ich mir ein Kofferradio gekauft. Aber besonders stolz bin ich auf das erste Mal, als ich Geld verdient habe, um es anzulegen. Ich hatte in der Schule einen fantastischen Mathelehrer, der mich für darstellende Geometrie begeistert hat. Das Niveau reichte locker für das Vordiplom im Ingenieurstudium aus. Dagegen war die große Hausarbeit in darstellender Geometrie für die meisten Kommilitonen eine echte Klippe. In einer Nacht habe ich die Musterlösung gezeichnet und gemeinsam mit meinem Bruder Blaupausen angefertigt. Alles musste in Salmiakgeist entwickelt werden, deswegen sind wir am nächsten Tag rot und blau verfärbt herumgelaufen. Die Blaupausen habe ich meinen Kommilitonen für bescheidene Beträge verkauft. Ich glaube, zwei Mark waren es. Weil die Vorlesung 400 oder 500 Hörer hatte, kam einiges zusammen. Mit dem ganzen Silbergeld bin ich zu einem Verwandten gegangen, der in einer Bank arbeitete, und habe ihn alles in Aktien anlegen lassen. So wurde ich im ersten Semester Aktionär.

Aufgezeichnet von Moritz Döbler

Hans-Peter Keitel (62), promovierter Bauingenieur und ehemaliger Hochtief-Chef, stammt aus der Pfalz. Er wandert und jagt gern, liebt Jazz und spielt Klavier. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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