Wirtschaft : „Mein Vater war Nationalsozialist“ August Oetker äußert sich zu NS-Vergangenheit

Köln - Erstmals hat ein Mitglied der Familie Oetker über die NS-Vergangenheit des Bielefelder Nahrungsmittelherstellers Dr. Oetker gesprochen. „Mein Vater war Nationalsozialist“, sagte August Oetker in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabmeldung von Mittwoch.

August Oetkers Vater Rudolf-August Oetker war seit 1941 in dem Unternehmen tätig und übernahm 1944 dessen Führung. Der 2007 gestorbene Unternehmer war Mitglied der Waffen-SS. Zu Lebzeiten hatte Rudolf-August Oetker eine Aufarbeitung dieser Epoche abgelehnt. „Er wollte über diese Zeit nicht sprechen“, sagte August Oetker. Lange hatte er zudem verbreitet, er sei mitsamt seinem Reiterverein in die Waffen-SS geraten. Der „Zeit“ zufolge kam er aber als Mitglied eines Reitervereins in den 1930er Jahren lediglich in die Reiter-SA. Zur Waffen-SS habe er sich später freiwillig gemeldet. Auch nach 1945 sei sein Vater noch anfällig für rechtes Gedankengut gewesen, sagte sein Sohn, der von 1981 bis 2009 an der Spitze des Bielefelder Nahrungsmittelkonzerns stand. Mittlerweile ist er Beiratsvorsitzender der Unternehmensgruppe.

Am kommenden Montag erscheint das Buch „Dr. Oetker und der Nationalsozialismus“. Die Studie von Historikern war von der Familie in Auftrag gegeben und bezahlt worden. Über diese Studie habe es in der Familie zunächst Differenzen gegeben, sagte Oetker der „Zeit“. AFP

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