Wirtschaft : Mein WM-Held

NAME

An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Rudi Gutendorf, Weltenbummler mit Trainer-Diplom.

Ich habe schon so viele Weltmeisterschaften gesehen, da fällt es schwer, den einen, besten aller Zeiten herauszusuchen. Als Kompromiss möchte ich daher unterscheiden zwischen einem herausragenden Sportler von früher und einem Ausnahmeathleten des heutigen Fußballs. Da ist zuerst Helmut Rahn. Ich hatte ihn ja als Trainer des Meidericher SV. Eine außergewöhnliche Persönlichkeit: Immer unbekümmert und zu einem Scherz aufgelegt. Doch wenn es drauf ankam, lief er zu seiner besten Form auf. Helmut Rahn war einer, der Spiele entscheiden konnte, der Tore machte, aber auch die Mannschaft mitriss. Ich bin überzeugt, dass wir den Titel von 1954 ihm zu verdanken haben, nicht nur wegen seines Treffers gegen Ungarn.

Zur Gegenwart: Das größte Phänomen im heutigen Fußball ist für mich Oliver Kahn. Wie der auf dem Platz steht, wie er seine Energie auf die anderen Spieler überträgt, das ist unglaublich. Ich glaube nicht, dass es Rudi Völler wirklich voll und ganz bewusst ist, was für einen Spieler er da in seiner Mannschaft hat. Kahn ist ein Torwart von Gottes Gnaden. Viele Menschen beklagen, dass die Fußballer heute so viel Geld verdienen. Was die meisten Spieler anbelangt, die Spieler aus der zweiten Reihe, haben diese Menschen sicherlich Recht. Aber was Spieler wie Kahn oder Zidane anbelangt, die dürften auch noch mehr verdienen. Sie sind doch diejenigen, die uns Freude machen, diejenigen, die die Menschen ins Stadion locken.

Aufgezeichnet von Martín E. Hiller

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben