Wirtschaft : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Ulrike Nasse-Meyfarth, Hochsprung-Olympiasiegerin 1972 in München und 1984 in Los Angeles, über Günter Netzer.

Eigentlich habe ich mich in den vielen Jahren nie so richtig intensiv mit der Fußball-WM beschäftigt. Ich habe zwar viele Begegnungen gesehen, aber ein Spieler ist mit dabei nicht so sehr im Kopf hängen geblieben. Außer vielleicht Günter Netzer. Auch wenn er 1974 nur sehr kurz und denkbar unglücklich bei der 0:1-Niederlage gegen die DDR zum Einsatz kam, bleibt er einem als Persönlichkeit natürlich besonders im Gedächtnis. Sicher auch, weil die Deutschen damals Weltmeister wurden. Ein bisschen ist das aber sicher auch, weil mein Mann so für Netzer geschwärmt hat.

Egal ob er viel gespielt hat oder: Netzer hat, glaube ich, viel zum WM-Sieg als Führungsperson beigetragen. Er hatte seinen eigenen Kopf. Günter Netzer war so unangepasst, ein richtiger Rebell. Der hat sich auch für Politik interessiert und hat leeres Gequatsche gehasst. Das hat mich beeindruckt.

Solche Typen braucht der Fußball, solche Charaktere sind für den gesamten Sport immer wichtig. Das merkt man übrigens noch heute, wenn Netzer mit Gerhard Delling bei der WM über Fußball philosophiert.

Spielerisches kann ich nicht so viel über ihn sagen. Sein Können hat er wohl viel über den Kopf gesteuert. Denn so sehr durchtrainiert war er ja nicht. Was aber immer aufgefallen ist, waren seine langen Haare. Ob das aber was mit seiner Spielkunst zu tun hatte, wage ich zu bezweifeln.

Aufgezeichnet von Ingo Wolff.

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