MEINUNGEN : "Die Akzeptanz ist geschwächt“

Kurz vor dem 60. Jahrestag der Wirtschafts- und Währungsreform in den damaligen westlichen Besatzungszonen Deutschlands am 21. Juni 1948 hat Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am heutigen Donnerstag zu einem Festakt eingeladen. Unter anderem wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen.

„Der internationale Wettbewerbsdruck hat die Akzeptanz (der sozialen Marktwirtschaft) geschwächt. Denn die Aussage ,Wenn es meinem Betrieb gut geht, geht es auch mir gut‘ stimmt nicht mehr für alle.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

„Mich wundert es nicht, wenn auch die Debatten um Gerechtigkeit zunehmen. Wichtig ist: Wir müssen uns an die Grundprinzipien erinnern und Eigenverantwortung stärken.“

Hans Tietmeyer (CDU), ehemals Präsident der Bundesbank

„Die soziale Marktwirtschaft ist die Grundlage für Erfolg und Wohlstand. Für die Zukunft kommt es darauf an, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht durch überzogene Umverteilung untergraben wird.“

Dieter Hundt, Arbeitgeberpräsident

„Der Name soziale Marktwirtschaft droht seine Bedeutung zu verlieren, denn wir bewegen uns mit rasanter Geschwindigkeit auf eine radikale Marktwirtschaft zu, die eher von anonymen Finanzmärkten und weniger von demokratischen Institutionen bestimmt wird. Zur Revitalisierung der sozialen Marktwirtschaft bedarf es einer größeren Mitbestimmung der Arbeitnehmer.“

Berthold Huber, Chef der IG Metall

„Die Währungsreform brachte die Güter auf den Markt. Der Wegfall der Preisbindungen bremste jedoch den Konsum und verschärfte die sozialen Ungleichheiten. Erst durch den Koreakrieg gefüllte Auftragsbücher leiteten das goldene Zeitalter ein. Das ,Wirtschaftswunder‘ war somit nicht nur Produkt ordnungspolitischer Weichenstellungen.“

Dierk Hierschel, Chefökonom des DGB

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