Wirtschaft : Mercedes-Arbeiter fordern Gewinnbeteiligung

Zehntausende streiken / Konzern und Betriebsrat verhandeln über Höhe der Zahlung

Stuttgart (dpa).Mehrere zehntausend Daimler-Mitarbeiter haben am Donnerstag kurzfristig die Arbeit niedergelegt, um eine Gewinnbeteiligung von 1000 DM je Beschäftigtem durchzusetzen.Mit den Aktionen wollen die Beschäftigten der Tochter Mercedes erreichen, daß sie rückwirkend von 1996 an mit jährlich fünf Prozent am Betriebsgewinn der Daimler-Benz AG beteiligt werden.Für 1996 entspricht dies nach Berechnungen des Betriebsrates etwa 1000 DM pro Beschäftigtem bei Mercedes.Zudem demonstrierten die Mercedes-Werker für eine tarifliche Altersteilzeitregelung.Allein im Sindelfinger Pkw-Werk protestierten nach Angaben des Betriebsrates rund 16 000 Beschäftigte.An den bundesweiten Aktionen beteiligten sich auch Mercedes-Mitarbeiter in Stuttgart-Untertürkheim, Bremen, Mannheim, Wörth, Gaggenau, Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kassel. Unterdessen kündigte das Unternehmen an, es wolle sich mit dem Gesamtbetriebsrat rasch über eine Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter einigen."Der Knackpunkt ist die Höhe der Zahlung", sagte der Leiter Personal- und Arbeitspolitik, Jürgen Pieper.Nach den Worten Piepers ist eine nachträgliche Erfolgszahlung für das vergangene Jahr für den Autobauer "kein Thema".Daimler habe im Herbst 1996 für die "besonderen Anstrengungen" im Rahmen der Weihnachtsgeld-Sondervergütung 270 DM je Mitarbeiter als Bonus ausbezahlt.Für das laufende Jahr 1997 biete das Unternehmen an, im Zuge eines neuen Erfolgsbeteiligungssystems zusätzlich zu dem Bonus 330 DM je Mitarbeiter zu zahlen, falls der vorhergesagte Gewinn erzielt werde.Der Betrag von 330 DM könne sich in den Folgejahren erhöhen, wenn der Betriebsgewinn klettere, sagte Pieper: "Wenn gut verdient worden ist, soll der Mitarbeiter gut daran partipizieren." Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Karl Feuerstein erklärte, die Belegschaft wolle sich auch für 1997 nicht mit den angebotenen 320 DM abspeisen lassen.Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren gewaltige Anstrengungen und Opfer hingenommen, damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werde.Angesichts der Erfolgsmeldungen des Konzernchefs Jürgen Schrempp bei der Hauptversammlung am 28.Mai und der zahlreichen geforderten Sonderschichten sei der von der Konzernleitung vorgesehene Betrag nicht ausreichend.

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