Wirtschaft : Mercedes erhöht McLaren-Anteil

LONDON (fmd/HB). Immer mehr Automobilkonzerne verstärken ihr Engagement bei Formel-1-Rennställen. Nach der kürzlichen Übernahme des Stewart-Teams durch Ford und der Kooperation von BMW und Williams in der kommenden Formel-1-Saison hat DaimlerChrysler sein Interesse an einer langfristigen Verbindung zur britischen Tag McLaren-Group unterstrichen. Der Automobilbauer teilte mit, daß eine Option für eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent vereinbart wurde. Über die Höhe des finanziellen Engagements verlautete nichts.Der Zeitpunkt für die Ausübung sei abhängig vom Abschluß der laufenden Vertragsverhandlungen, hieß es. Bislang hielten der Araber Mansour Ojjeh und McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis 60 Prozent beziehungsweise 40 Prozent der Anteile.Mit der Beteiligung unterstreicht DaimlerChrysler jedoch nicht nur sein Interesse an der Formel 1. Es sichert sich damit auch auch den Zugriff auf das Entwicklungs- und Fertigungs-Know how der Tag McLaren-Group. Sie besteht aus der McLaren Cars Ltd., die Tag Electronics Ltd., die McLaren Marketing Services und McLaren International. Der Gruppenumsatz wird auf 360 Mill. DM beziffert. Ende vergangener Woche gab DaimlerChrysler grünes Licht für die Entwicklung des Hochleistungs-Sportwagens SLR, der zusammen mit Tag McLaren im britischen Woking gebaut werden sollen. Beide Partner wollen 200 Mill. Euro in das Projekt investieren. Die ersten Sportwagen, die mit Formel-1-Technologie ausgestattet sein werden, sollen im Jahr 2003 auf den Markt kommen.Der geschätzte Stückpreis für die Fahrzeuge mit den Schwenktüren liegt bei 500 000 DM. 500 Stück sollen jährlich abgesetzt werden. Jürgen Hubbert, Pkw-Vorstandsmitglied bei DaimlerChrysler, zeigte sich überzeugt davon, daß der SLR ein Benchmark für die Konkurrenz sein wird. Für den DaimlerChrysler-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp ist die Beteiligung an McLaren "Teil einer langfristigen Strategie, mit der wir die Unverwechselbarkeit der Marke Mercedes-Benz in einem immer härteren Wettbewerb langfristig absichern." Schrempp sieht das Engagement in Großbritannien in einer Linie mit der mehrheitlichen Übernahme des Mercedes-Tuners AMG GmbH und der Entscheidung, das Superluxus-Fahrzeug Maybach zu bauen.

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