Wirtschaft : Merck will aus eigener Kraft wachsen

Pharmakonzern legt 1997 kräftig zu / Keine großen Zukäufe geplant DARMSTADT (rtr).Der Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA hat 1997 einen Rekordgewinn erzielt.Das Betriebsergebnis sei um 18 Prozent auf rund 1,1 Mrd.DM und damit erstmals in der Unternehmensgeschichte über die Milliarden-Schwelle gestiegen, teilte Vorstandschef Hans Joachim Langmann auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag mit.Die Entwicklung sei aber stark von einmaligen Vorgängen beeinflußt worden.1998 sei erneut mit einem zweistelligen Anstieg des Betriebsergebnisses zu rechnen.Spektakuläre Übernahmen plane Merck derzeit nicht. Der Jahresüberschuß von Merck stieg 1997 im Konzern um 49 Prozent auf 750 Mill.DM.Um Sonderfaktoren wie den Verkauf des Dermatika-Geschäfts (Hautpflegemittel) bereinigt, betrage der Überschuß noch 534 Mill.DM, sagte Langmann.Das sei eine Steigerung von 19 Prozent.Der Merck-Umsatz stieg 1997 in allen drei Unternehmensbereichen (Pharma, Spezialchemie, Labor).Insgesamt kletterte der Umsatz um 14,7 Prozent auf acht Mrd.DM.Nur noch 17 Prozent des Umsatzes seien in Deutschland getätigt worden.Merck wachse vor allem in Nordamerika.So habe dort der Umsatz mit einem Anteil von 16 Prozent fast so hoch wie in Deutschland gelegen.1997 habe die Asien-Krise den Umsatz mit Einbußen von 300 Mill.DM nicht allzu stark belastet.1998 sei die unmittelbare Auswirkung der Krise auf Merck voraussichtlich ebenfalls gering.Im Pharma-Bereich, der 57 Prozent des Umsatzes ausmacht, will Merck weiter auf eigene Entwicklungen setzen.So habe der Umsatz mit dem Antidiabetikum Metformin alleine 1997 die Schwelle von einer Mrd.DM überschritten.In der Spezialchemie profitierte Merck im Geschäft mit Flüssigkristallen nicht nur vom Notebook- und Handy-Boom, sondern auch von der Spielzeugindustrie.Der Siegeszug des Tamagotchi etwa habe Merck als Weltmarktführer bei Flüssigkristallen gutgetan, sagte Langmann weiter. Merck plant seinem Vorstandschef zufolge derzeit keine größeren Akquisistionen.Kleine Übernahmen würden aber fortlaufend erwogen.Die flüssigen Mittel des Unternehmens, die sich auf ein bis zwei Mrd.DM belaufen, seien bei Bedarf nützlich und sollten nicht zurückgeführt werden.Im ersten Quartal, für das noch keine konkreten Zahlen vorlagen, habe der Umsatz um fünf bis sechs Prozent zugenommen.

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