Wirtschaft : Merkel lobt die IG Metall Kanzlerin sieht Anspruch auf höhere Löhne

Rheinstetten - Rund ein halbes Jahr vor der Tarifrunde in der Metallindustrie hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) indirekt für Einkommenszuwächse für die Beschäftigten ausgesprochen. Die Arbeitnehmer hätten zum Teil deutliche Lohneinbußen in der Krise 2008/09 hingenommen, sagte Merkel am Freitag beim IG-Metall-Gewerkschaftstag in Rheinstetten bei Karlsruhe. „Das darf in besseren Konjunkturzeiten nicht einfach wieder vergessen werden.“ Sie plädierte für Tarifverträge, die das verantwortungsvolle Verhalten von Arbeitnehmern im Wirtschaftsabschwung mit besserer Bezahlung belohnten.

Merkel lobte die Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik in Krisenzeiten als „Stück gelebter sozialer Marktwirtschaft“. IG-Metall- Chef Berthold Huber betonte, angesichts gedämpfter Aussichten für 2012 könnten ähnliche Instrumente wie vor drei Jahren erforderlich werden. „Es könnte sein, dass wir diese Zusammenarbeit wieder brauchen und auch die Instrumente“, sagte Huber. Für den Fall der Fälle sollte man „die erweiterte Kurzarbeit als Standby-Maßnahme haben“.

Der Fachkräftemangel in Deutschland kann nach Überzeugung von Merkel nicht gelöst werden, indem die Arbeitgeber international Beschäftigte zu geringen Löhnen suchen. „Wir haben zu Hause noch viele Möglichkeiten.“ Insbesondere gelte es, die Qualifizierung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. „Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland ist nach wie vor zu groß.“ Unter Pfiffen der Gewerkschafter verteidigte sie die Rente mit 67, die helfe, den Anstieg der Beitragssätze zu dämpfen und das Rentenniveau zu halten. Auf die Forderung der Metaller nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ging sie nicht ein. Huber bekräftigte, es gehöre zu den Menschenrechten, dass Beschäftigte von ihrer Arbeit leben können. dpa

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