Wirtschaft : Merkel und Wen betonen Gemeinsames Kanzlerin eröffnet Messe mit Chinas Premier

Hannover - Deutschland und China sehen sich als Anker der Weltkonjunktur: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Premier Wen Jiabao betonten am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover-Messe ihre gemeinsame Verantwortung für die wirtschaftliche Stabilität. Wen hob hervor, dank ihrer Industrien sei es beiden Ländern als ersten gelungen, nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder stabiles Wachstum zu erreichen. Wenn China und Deutschland als die beiden wichtigsten Produktionsnationen der Welt enger zusammenarbeiteten, „werden wir sicher eine noch wichtigere Rolle bei Innovation und Entwicklung der weltweiten Industrie spielen“, sagte Wen.

Auch Merkel hob Gemeinsamkeiten hervor: Deutschland und China eine „ein klares Bekenntnis zum Industrieland“. Software und IT-Industrie seien zwar wichtig, um die vielen Bereiche der Wirtschaft zu durchdringen. „Aber all dies kann nur Platz greifen, wenn man die industrielle Grundlage nicht vergisst“, betonte Merkel. China habe durch die Ankurbelung der Binnenwirtschaft einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Deutschland einigermaßen schnell aus Wirtschaftskrise gekommen sei.

Mit keinem Wort gingen Merkel und Wen auf die Demonstranten ein, die vor der Kongresshalle gegen Menschenrechtsverletzungen in China demonstrierten.

Wen bekannte sich zu einer weiteren wirtschaftlichen Öffnung seines Landes. „Ich möchte bekräftigen, dass China kompromisslos an der Öffnung nach außen als grundlegender Staatspolitik festhält“, sagte er. Peking wolle für ausländische Unternehmen den Marktzugang weiter erleichtern und das geistige Eigentum stärker schützen. Zudem sollten alle in China „legal registrierten“ Unternehmen bei der Anerkennung von Patenten und bei Ausschreibungen gleich behandelt werden. Deutsche Firmen hatten immer wieder über Diskriminierung geklagt. Der Bundesverband der deutschen Industrie warb für mehr chinesische Investitionen in Deutschland. Beide Seiten wüssten, dass eine auf extremen Exportüberschüssen beruhende Wirtschaft auf Dauer kein Geschäftsmodell sei, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. rtr/dapd

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