• Messe Berlin schafft den Sprung in die Gewinnzone Messechef fordert Privatisierung Senat zeigt sich aufgeschlossen

Wirtschaft : Messe Berlin schafft den Sprung in die Gewinnzone Messechef fordert Privatisierung Senat zeigt sich aufgeschlossen

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Berlin (dr). Die Messe Berlin hat im vergangenen Jahr trotz hoher Investitionen erstmals einen Gewinn in einstelliger Millionenhöhe erzielt. 2001 war noch ein Verlust von 0,5 Millionen Euro angefallen. Der neue Südeingang mit Kosten von 20 Millionen Euro sei aus eigenen Mitteln finanziert worden, sagte am Dienstag Messechef Raimund Hosch. In diesem Jahr seien weitere Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro etwa für ein neues Servicegebäude geplant.

Alles in allem zeichnete Hosch ein positives Bild. So konnte der Umsatz 2002 auf 130 (Vorjahr: 118,5) Millionen Euro gesteigert werden. Zu den Messen und Ausstellungen kamen mehr als 16 800 (rund 14600) Aussteller, davon 62 Prozent aus dem Ausland. Insgesamt wurden am Messeplatz rund 1,8 Millionen (Vorjahr: 1,7Millionen) Besucher gezählt. Aus dem Ausland kamen 95493 – rund 35 000 mehr als im Vorjahr.

Als Messehöhepunkte für 2003 nannte Hosch unter anderem die Internationale Grüne Woche und die Fruit Logistica, die in dieser Woche beginnen, sowie die Internationale Tourismusbörse ITB im März und die internationale Messe für Consumer Electronics IFA im Herbst. Zu ITB und IFA werden alle Marktführer beider Branchen erwartet.

Besonders erfreut zeigte sich Hosch über das Ergebnis einer InfratestStudie zur Attraktivität deutscher Messeplätze. Danach landete Berlin unter zwölf deutschen Messeplätzen auf dem zweiten Rang. Bestnoten gab es für die Messe als Veranstaltungsgesellschaft und das Programm. Beste Werte erreichte der Messeplatz Berlin in puncto Attraktivität der Stadt. Doch die Messe leidet nach Angaben von Hosch unter der finanziellen Situation des Landes. Die Gesellschaft habe nahezu ihre gesamten Finanzmittel für die Veränderungen des Gebäudes einsetzen müssen, nun fehlten des für die Expansion. Der Messechef trat erneut für eine Privatisierung des Veranstaltungsbereichs ein.

McKinsey prüft neues Konzept

Nach dem im vergangenen Sommer vorgestellten Zwei-Säulen-Modell sollen die Grundstücke und Gebäude unter dem Funkturm in eine neue Gesellschaft eingebracht werden, die dem Land Berlin gehört. Das Messegeschäft, also Messen, Kongresse und Events, soll an einen Finanzinvestor verkauft werden. Die privatisierte Messegesellschaft würde dann Grundstücke und Gebäude von der landeseigenen Immobiliengesellschaft pachten. Das Konzept wird gegenwärtig von der Unternehmensberatung Mc Kinsey geprüft. Das Ergebnis soll Ende Januar vorliegen. Der Aufsichtsrat will sich Ende Februar damit beschäftigen und wird dann auch das Land Berlin um eine Stellungsnahme bitten.

Die Messe müsse nicht grundsätzlich in öffentlichem Eigentum bleiben, erklärte ein Sprecher von Wirtschaftssenator Harald Wolff (PDS) auf Anfrage. Vor einer eventuellen Privatisierung müsse aber eine Lösung für das stark defizitäre ICC und die Deutschlandhalle gefunden werden.

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