Wirtschaft : Messe Berlin schließt besser ab als erwartet

BERLIN (vis). Früher als erwartet kann die Messe Berlin GmbH ein positives Geschäftsergebnis vorweisen. Noch im Juli 1998 war der Vorsitzende der Geschäftsführung, Manfred Busche, von einem Verlust von drei Mill. DM ausgegangen. Ursprünglich erwartete man sogar einen Verlust von 7,7 Mill. DM. Tatsächlich erwirtschaftete das Unternehmen nach den verlustreichen Jahren 1996 (minus 8,7 Mill. DM) und 1997 (minus zehn Mill. DM) einen Jahresüberschuß von 1,6 Mill. DM im Jahr 1998. Das heißt, die ursprüngliche Planung wurde um 9,3 Mill. DM übertroffen. Weil die Einschätzung der Messegesellschaft zur zukünftigen Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr um einige Mill. DM von der tatsächlichen Entwicklung abwich, war Busche bei der Vorstellung der Bilanz am Dienstag nicht bereit, auch nur eine Andeutung zu machen, mit welchem Ergebnis die Messe Berlin im laufenden Jahr rechnet. Positiv werde sich aber die nun auf 160 000 Quadratmeter vergrößerte Ausstellungsfläche bemerkbar machen. "Der Ausbau des Messegeländes hat unsere Wettbewerbsposition entscheidend verbessert", sagte Busche.

1998 setzte das Unternehmen 168,3 Mill. DM um. Das sind 3,6 Mill. DM weniger als noch im Jahr zuvor. Der Umsatzrückgang sei im wesentlichen eine Folge der Schließung der Deutschlandhalle Ende 1997, sagte Busche. Dies habe zu einem Umsatzausfall von 8,4 Mill. DM geführt, der zum Teil durch Umsatzsteigerungen in anderen Bereichen aufgeholt werden konnte. Ende des vergangenen Jahres beschäftigte die Messegesellschaft 479 Mitarbeiter. Bis Ende des Jahres 2000 sollen es nur noch 420 sein.

Vom Gesamtumsatz entfielen 116,6 Mill. DM auf den Messebereich. Die Messe Berlin führte 1998 elf Eigenveranstaltungen durch, an denen sich insgesamt 13 075 Aussteller beteiligten, mehr als jemals zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Auch die Zahl der Aussteller aus dem Ausland erreichte einen Spitzenwert von 7731. Die Besucherzahl stieg auf rund 1,23 Millionen (1997: 1,19 Mill.). Außerdem fanden 1998 499 Kongresse, Tagungen und andere Veranstaltungen mit 229 000 Teilnehmern statt. Im Kongreßbereich wurden 25 Mill. DM umgesetzt (1997 26 Mill. DM). In den kommenden zwei Jahren sei das Haus praktisch ausgebucht, größere Veranstaltungen könnten nicht mehr angenommen werden, sagte Karl-Joachim Kierey, Mitglied der Geschäftsführung der Messe Berlin.

Die Messegesellschaft will zehn bis 15 Mill. DM investieren, um die alte Eissporthalle abzureißen und den Eissport in die Deutschlandhalle zu verlegen. Das soll Platz schaffen für den Eingang zum Südgelände und den gewünschten Neubau des Messeturms. Zur Zeit verhandele man mit einem privaten Investor, der den Turm für 226 Mill. DM errichten soll. Allerdings müsse die Messe, die zur Zeit nur Pächter des Geländes ist, vorher Eigentümer des Grundstücks werden. Zur Zeit gehört es noch dem Land Berlin. Gehe alles nach Plan, könne der Turm 2002 fertig sein. Bereits im kommenden Monat werde das Restaurant im Funkturm wieder geöffnet sein, sagte Kierey.

Busche wird nach über 33 Jahren bei der Messe Berlin am 30. Juni in den Ruhestand gehen. Am 1. Juli übernimmt Raimund Hosch den Vorsitz der Geschäftsführung. Hosch war seit 1992 Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH und 1998 kommissarischer Sprecher der Geschäftsführung.

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