Wirtschaft : Messesplitter

Stahlindustrie optimistischer

1998 war für die deutsche Stahlindustrie zwar insgesamt ein "gutes Jahr", brachte jedoch im zweiten Halbjahr empfindliche Einbrüche.Die Wirtschaftsvereinigung Stahl bilanzierte am Montag auf der Hannover Messe, die zweite Jahreshälfte sei deutlich schlechter ausgefallen als zunächst erwartet.Hinzu kamen nach den Worten von Albrecht Kormann, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, gestiegene Einfuhren aus Drittländern, die durch Dumpingpraktiken zu teilweise dramatischem Preisverfall führten.In der Summe sei 1998 für die Branche ein "Jahr mit einem Januskopf" gewesen.Auch im ersten Quartal 1999 habe sich der negative Trend fortgesetzt.Im weiteren Jahresverlauf rechnet die Wirtschaftsvereinigung aber mit einer Belebung und dem "Aufstieg aus dem tiefen Tal".Nach Angaben des Stahlverbandes lag die Rohstahlproduktion 1998 in Gesamtdeutschland bei gut 44 Mill.Tonnen, 2,1 Prozent niedriger als im Vorjahr (West minus 3,1, Ost plus 5,5 Prozent).Insgesamt stehe ein Umsatz von nahezu 44 Mrd.DM zu Buche (West 27,6, Ost 16,4 Mrd.DM).ADN

Thyssen-Krupp verfehlt Ziele

Der vor vier Wochen gestartete Thyssen-Krupp-Konzern wird keine Werften übernehmen.Das stellten die beiden Vorstandschefs des neuen Konzerns, Gerhard Cromme und Ekkehard Schulz, am Montag auf der Hannover Messe klar.Beim ersten öffentlichen Auftritt der Thyssen-Krupp AG hieß es: "Wir werden keine Werft kaufen und werden in einem Verbund - welcher Art auch immer - nicht die industrielle Führung übernehmen." Es gebe keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.In der Vorwoche hatte der norwegisch-britische Konzern Kvaerner seinen Ausstieg aus dem Schiffbau bekanntgegeben.Zum angelaufenenen Geschäftsjahr hieß es, Thyssen-Krupp sei gut gestartet, bekomme das konjunkturelle Umfeld jedoch auch zu spüren.Die für das laufende Jahr gestellten Ziele würden sicher nicht erreicht.Genaue Angaben wollten die beiden Konzernchefs nicht machen.Erste Zahlen sollen Ende Mai im Halbjahresbericht vorgelegt werden.

Rosige Zukunft für Roboter

Die deutschen Hersteller von Industrierobotern und Fabrikautomation blicken in eine rosige Zukunft.Im ersten Quartal 1999 stieg der Auftragseingang um 20 Prozent, sagte der Vorsitzende des Vorstandes der Fachgemeinschaft Robotik und Automation im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Stefan Müller, am Montag auf der Hannover Messe.Die Unternehmen der Robotik und Automation wollten rund 9000 Arbeitsplätze schaffen.1998 waren 21 000 Mitarbeiter in den rund 500 Unternehmen dieses mittelständisch dominierten Industriezweiges beschäftigt.Müller sagte, eine Blitzumfrage bei den Mitgliedern der Fachgruppe habe ergeben, daß der Industriezweig für 1999 einen Produktionszuwachs von zwölf Prozent erwarte.Schon 1998 sei der Branchenumsatz um 21 Prozent auf mehr als 8,5 Mrd.DM gestiegen.Die Zahl der in der deutschen Industrie eingesetzten Roboter stieg 1998 um rund 10 000 auf 80 800.

Überangebot an Bahntechnik

Weltweite Überkapazitäten bereiten den deutschen Bahntechnik-Herstellern Sorge.Die Branche durchlaufe einen "schmerzhaften Umstrukturierungsprozeß", sagte der Präsident des Verbandes der deutschen Bahnindustrie, Peter Witt, auf der Hannover Messe am Montag."Wir richten uns darauf ein, daß der Boom der Nachwende-Zeit einmal zuende gehen wird und wir nur auf niedrigerem Niveau Beschäftigung haben werden." Derzeit hat die Branche in Deutschland 32 000 Mitarbeiter.Ohne Zahlen zu nennen sagte Witt, der Umsatz der Branche werde 1999 leicht steigen.Mit den Eisenbahnen und Nahverkehrsunternehmen wurden 1998 in Deutschland rund acht Mrd.DM umgesetzt.Für weitere drei Mrd.DM wurden Produkte ins Ausland verkauft.Für sechs Mrd.DM fertigten deutsche Unternehmen in den jeweils belieferten Ländern des Auslandes, so daß der Branchenumsatz für 1998 mit 17 Mrd.DM angegeben wurde.

Sechs Gänge für alle VW

Volkswagen plant für alle VW-Modelle die Einführung eines neuen Sechs-Gang-Getriebes.Damit lassen sich der Wirkungsgrad eines Motors erhöhen und der Autolärm verringern.Wie VW am Montag auf der Hannover Messe 99 mitteilte, soll die Erweiterung von fünf auf sechs Gänge sowohl für die Handschaltung als auch für Automatikgetriebe angeboten werden.Daneben will VW wahlweise auch ein stufenloses Getriebe und ein Direktschaltgetriebe anbieten, das sowohl von Hand als auch automatisch gesteuert werden kann.

Siemens erwartet Ersparnis

Die Siemens AG, München, erwartet vom zunehmenden Einsatz integrierter Informationstechnologie-Lösungen Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent.Das sagte der Leiter des Siemens-Geschäftsfeldes "Informationstechnische Dienstleistungen", Joachim Striese, am Montag zum Auftakt der Hannover Messe.Durch den Einsatz komplexer IT-Lösungen könnten "Kosten und Nutzen im Zeichen eines sich verschärfenden Wettbewerbs und der Globalisierung besser analysiert und ausbalanciert werden", sagte Striese.

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