Wirtschaft : Messewirtschaft für 2003 zuversichtlich

Aussteller wollen wieder mehr ausgeben/2002 leichte Rückgänge/Teure Hotels belasten die Messewirtschaft

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Berlin (Tsp). Die deutsche Messewirtschaft verbuchte trotz schlechter Konjunktur 2002 nur ein Minus von zwei Prozent bei der Zahl der Aussteller. Für das kommende Jahr ist die Branche zuversichtlich. Die Unternehmen planten im Schnitt 299 000 Euro in Messebeteiligungen zu investieren, drei Prozent mehr als in den beiden Vorjahren, teilte der AUMA Ausstellungs und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft am Montag in Berlin mit. Die Messewirtschaft sei 2002 im Vergleich zu anderen Branchen der Kommunikationswirtschaft mit einem „blauen Auge“ davon gekommen, sagte der geschäftsführende AUMA-Vorstand Hermann Kresse. Eine hohe Beteiligung aus dem Ausland habe sich 2002 positiv ausgewirkt. Dem Plus von 1,5 Prozent bei ausländischen Ausstellern habe allerdings ein Minus von fünf Prozent bei deutschen Firmen gegenüber gestanden. Hauptursache war laut AUMA die Pleitewelle. Unter den 40000 Firmen, die in diesem Jahr Insolvenz anmelden würden, seien auch zahlreiche Aussteller.

Der Besucherrückgang um fünf Prozent wird auch mit Einschnitten bei den Reiseetats der Firmen erklärt. Die vermietete Standfläche sei um 1,5 Prozent erhöht worden. 167 000 Aussteller mieteten laut Verband 6,8 Millionen Quadratmeter Fläche, und zu 144 internationalen Messen kamen 9,3 Millionen Besucher. Kritik übte Kresse an teils drastischen Erhöhungen der Hotelpreise an einigen Standorten. Es komme schon vor, dass wegen der gestiegenen Übernachtungskosten der Umfang der Standbesetzung gekürzt werde.

„Angsichts der aktuell äußerst schlechten Stimmung in der Wirtschaft sind die Ergebnisse des AUMA-Messe-Trend 2003/2004 ermutigend“, schreibt die Messeorganisation. Das Emnid-Institut hatte im Oktober 500 repräsentativ ausgewählte deutsche Aussteller nach ihren Planungen für die kommenden beiden Jahre befragt. Danach will rund ein Drittel der Aussteller sein Messe-Etat erhöhen, 40 Prozent planen konstante Messe-Investitionen und 27 Prozent wollen den Etat zurückfahren. Zu den politischen Rahmenbedingungen erklärte der AUMA: „Eigentümergeführte Unternehmen dürfen nicht weiter gegenüber Großunternehmen steuerlich benachteiligt werden“. Ferner müsse die Bereitschaft zur Existenzgründung durch „radikalen Abbau von Bürokratie“ gefördert werden.

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