Messsysteme : Die Pläne der anderen

Bis 2022 soll ganz Europa die Technologie nutzen. Viele Länder tun es schon.

Jan Oberländer
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Im April 2009 hat das Europäische Parlament gleich zwei Gesetzgebungen zur Liberalisierung des europäischen Energiemarkts unterstützt. Ein Punkt war die Direktive an die Mitgliedstaaten, die Einführung „intelligenter“ Messsysteme voranzubringen. Das Ziel: Bis 2020 sollen 80 Prozent der Konsumenten mit den sogenannten Smart Meters ausgestattet sein, 2022 soll jeder einen haben.

Während in Deutschland noch über Kompatibilitäten debattiert wird, sind die elektronischen Zähler anderswo längst im Einsatz. In Schweden etwa wurde 2005 mit der Umrüstung begonnen, die flächendeckende Versorgung aller Haushalte sollte planmäßig am 1. Juli abgeschlossen sein. Auch Italien hat die EU-Ziele schon erreicht. Hier wurden bereits 31 Millionen alte Zähler ausgetauscht, bis 2011 soll der Gesamtbestand von 35 Millionen umgerüstet sein.

Andere Länder ziehen nach. Dänemark führt die Zähler in großem Stil ein, in Finnland müssen bis Ende 2014 vier Fünftel aller Geräte ausgetauscht sein. Auch das Nicht-EU-Land Norwegen ist dabei, umzustellen. Das niederländische Amsterdam hat im Juni das Projekt gestartet, erste „intelligente Stadt“ Europas zu werden. Nicht nur werden alle Haushalte mit elektronischen Zählern für Strom und Gas ausgestattet, auch das Stromnetz wird modernisiert. Bis Ende 2013 sollen „Smart Meters“ im ganzen Land verbaut sein. Auch Spanien modernisiert sein Netz, bis 2018 soll die neue Technik flächendeckend eingeführt sein.

Die britische Regierung hat im Mai beschlossen, bis 2020 alle 26 Millionen Haushalte mit den neuen Zählern auszustatten. Tests laufen, ab 2012 sollen die Geräte ausgeliefert werden. Der Plan soll umgerechnet rund 378 Euro pro Haushalt kosten. Wer das zahlt, ist noch nicht ausgehandelt.

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