Wirtschaft : Metabox AG: Klagen gegen Multimedia-Unternehmen

Dem Multimedia-Unternehmen Metabox AG drohen Sammelklagen auf Schadenersatz wegen angeblichen Kursbetruges. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) in Frankfurt hat nach Angaben vom Montag eine Münchner Anwaltskanzlei beaufragt. Außerdem vertritt eine Frankfurter Kanzlei nach eigenen Angaben bereits mehrere Metabox-Aktionäre. Die SdK erstattete zudem beim Landgericht Frankfurt Anzeige wegen Verdachts des Kursbetrugs und Insiderhandels. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt bereits in diesem Fall.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Manfred Knothe soll auch die neue Klage in Hannover bearbeitet werden. Derzeit würden Unterlagen gesichtet, die in der vergangenen Woche bei der Durchsuchung von Geschäftsräumen sowie Wohnungen von Metabox-Vorstandsmitgliedern sichergestellt wurden. Die Ermittlungen werden vorraussichtlich mehrere Wochen dauern. Der Ausgang sei offen. Metabox-Vorstandschef Stefan Domeyer hätte hingegen eine rasche Aufklärung des Falles begrüßt, da Unternehmen und Vorstand "permanent Verdächtigungen ausgesetzt" seien.

Bei dem Verfahren geht es vor allem um drei Börsen- Pflichtmitteilungen (so genannte Ad-hoc-Meldungen) des Hildesheimer Unternehmens von April, Juni und Juli 2000. In der Folge war der Kurs von Metabox-Aktien am Neuen Markt in Frankfurt von weniger als zehn auf mehr als 40 Euro gestiegen. Am Montag notierte das Papier nur noch bei weniger als drei Euro. Die Metabox AG erwirtschaftete im Jahr 2000 einen Umsatz von etwa 50 Millionen Mark (25,56 Millionen Euro). Damit verfehlte das Unternehmen seine Prognose von zuletzt 70 Millionen Mark deutlich. Für das Geschäftsjahr 2001 erwartet Metabox einen Umsatz von rund 600 Millionen Mark.

Tagesspiegel Online Spezial:
www.tagesspiegel.de/neweconomy

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben