Wirtschaft : Metall-Runde in Berlin nach Minuten beendet

BERLIN/FRANKFURT (MAIN) (Tsp/ADN).Eine Einigung im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie ist weiterhin nicht in Sicht.Die Verhandlungen für die rund 100 000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg sind am Freitag nach nur wenigen Minuten ohne Ergebnis auf unbestimmte Zeit vertagt worden.Gleichzeitig gingen die bundesweiten Warnstreiks weiter.Nach Angaben der IG Metall in Frankfurt am Main beteiligten sich insgesamt rund 62 000 Arbeitnehmer aus 141 Betrieben an den ein- bis mehrstündigen Arbeitsniederlegungen.

Der Schwerpunkt lag am Freitag in Bayern, wo knapp 45 000 Beschäftigte aus 81 Betrieben die Arbeit niederlegten.In Berlin, Brandenburg und Sachsen wurden Warnstreiks aus acht Betrieben gemeldet.Angesichts des für die IG Metall inakzeptablen Angebots der Arbeitgeberseite von 2,3 Prozent Lohnerhöhungen und ertragsabhängigen Einmalzahlungen von bis zu 0,5 Prozent will die IG Metall auch in der kommenden Woche ihre Warnstreiks fortsetzen.Nach bisheriger Planung ist am Montag Niedersachsen ein Schwerpunktland für Aktionen, am Dienstag Hessen und der Bezirk Küste.

Die regionalen Arbeitgeber in Berlin hätten sich außerstande gesehen, "etwas anderes als das Mini-Angebot von Stuttgart vorzulegen", erklärte der Berliner IG-Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel nach dem Abbruch der Tarifrunde.Diese Offerte könne die Gewerkschaft "nur als schlechten Scherz bezeichnen".Sinnlose Verhandlungsrunden, in denen nur die Angebote aus anderen Tarifgebieten "nachgeklappert" würden, mache die IG Metall nicht mehr mit.Die Gewerkschaft sei in der Lage, den Druck noch zu verstärken.Dagegen betonte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Roland Fischer, der Arbeitgebervorschlag liege bereits "an der Grenze des Vertretbaren".

Die Gewerkschaft sieht sich in ihren Forderungen nach Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent durch Schätzungen der Gewinnentwicklung in den großen Unternehmen der Metallindustrie durch Bankenanalysten bestätigt.Danach werden sich die Gewinne dieser Betriebe von 16 Mrd.DM im Jahre 1997 auf 31 Mrd.DM im Jahr 2000 fast verdoppeln.Allein im laufenden Jahr sollen die Gewinne gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent steigen.Der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel sieht in der Prognose eine Bestätigung der Berechnungen seiner Gewerkschaft.Das "Ende der Unbescheidenheit bei den Gewinnen" sei jedenfalls noch nicht in Sicht, erklärte Zwickel.

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