Wirtschaft : Metallarbeitgeber für moderate Lohnpolitik

BONN (aho).Die Metallarbeitgeber wollen für die kommende Tarifrunde einen Abschluß unterhalb des Produktivitätsfortschritts erreichen.Wie der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Werner Stumpfe, am Montag in Bonn sagte, soll der Zuwachs von vier Prozent nur teilweise für höhere Löhne verwendet werden.Mit einem Großteil sollen Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.Er gehe davon aus, daß in den Tarifverhandlungen die Arbeitgeber "die IG Metall auf den Boden der Tatsachen" zurückholen werde, sagte Stumpfe.

Die Gewerkschaft hatte für das kommende Jahr einen Lohnzuwachs von 6,5 Prozent gefordert.Stumpfe bezeichnete dies als "absolut realitätsfern".Die IG Metall hatte ihre Forderungen unter anderem damit begründet, daß moderate Lohnabschlüsse keine Arbeitsplätze geschaffen hätten.Dem widersprach Stumpfe.In den 22 Monaten der "tarifpolitischen Bescheidenheit" seien hunderttausende Jobs gesichert worden.Außerdem hätten die Unternehmen in diesem Jahr bis August etwa 64 000 neue Beschäftigte eingestellt.Dazu hätte die moderate Lohnpolitik den Export gestärkt und die Binnennachfrage angespornt.Beispielsweise würden die 64 000 Arbeitnehmer eine Kaufkraft von 2,5 Mrd.DM entwickeln.

Stumpfe will sich dem geplanten Bündnis für Arbeit nicht verweigern.Für ihn ist allerdings das Bündnis nicht nur auf die Runden im Kanzleramt beschränkt.Vielmehr müßten die Gespräche von einer "vernünftigen Tarifpolitik" flankiert werden.Die IG Metall will dagegen die Lohnerhöhung bei den Bündnisgesprächen ausklammern.In den Plänen der neuen Bundesregierung zu Steuern und Sozialabgaben sieht er eine "hilfreiche Vorbedingung für die Tarifpolitik".

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