Metallbranche : Gewerkschafter und Forscher für Erfolgsbeteiligung

Die Ankündigung der Metallarbeitgeber, Mitarbeiter am Erfolg beteiligen zu wollen, hat Zustimmung bei Gewerkschaft und Wirtschaftsforschern gefunden.

Berlin/Osnabrück - IG-Metall-Chef Jürgen Peters bezeichnete es als "erfreulich", dass der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Arbeitnehmer 2007 angemessen am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen wolle. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zeigte sich Peters aber skeptisch, dass die Arbeitgeber dies auch umsetzten.

Der Direktor am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Gustav Horn, sagte der "Berliner Zeitung": "Die Äußerung von Herrn Kannegiesser zeigt, dass es den Unternehmen gut geht. Offenbar setzt sich allmählich bei den Arbeitgebern die Erkenntnis durch, dass auch die Beschäftigten in dieser Situation nicht zu kurz kommen dürfen". Lohnerhöhungen seien dringend nötig, damit sich der Aufschwung fortsetzen könne.

Wirtschaftsforscher fordert Lohnerhöhung

Der Berliner Wirtschaftsforscher Michael Burda sprach sich für moderate Lohnerhöhungen aus: "Die Lohnstückkosten sind in den letzten Jahren objektiv gefallen, da ist es auch gerechtfertigt, dass die Reallöhne steigen." Allerdings dürfe nicht der Fehler der 70er Jahre wiederholt werden, als die Lohnerhöhung zu stark ausgefallen sei. Er erwarte einen Zuwachs der Reallöhne um ein bis zwei Prozent in der Metallbranche.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angekündigt, die Metallarbeitgeber wollten angesichts guter Konjunktur in der Tarifrunde 2007 ihre Mitarbeiter "angemessen am Zuwachs und Erfolg beteiligen". Er warnte zugleich vor überzogenen Lohnabschlüssen. Dies dürfe es nicht geben, um das Preis-Leistungs-Verhältnis deutscher Produkte auf den Weltmärkten nicht wieder zu verschlechtern. (tso/dpa)

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