Methoden : DIW und Bundesamt legen Streit bei

Das Statistische Bundesamt und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin haben ihren Konflikt über statistische Methoden beigelegt.

Berlin„Es herrscht wieder Frieden“, sagte Klaus Pötzsch vom Bundesamt am Dienstag. Zuvor hatte seine Behörde dem Institut in einem scharf formulierten Brief vorgeworfen, Daten aus der offiziellen Einkommensteuerstatistik mit anderen Daten zusammengeführt und veröffentlicht zu haben. „Ich bin entsetzt, dass Ihr Haus Ergebnisse dieser Zusammenführung herausgegeben hat“, hatte der Präsident des Bundesamts, Roderich Egeler, geschrieben und rechtliche Schritte angedroht. „Völlig inakzeptabel“ sei der Vorgang.

Die neue Sprachregelung des Bundesamts und der zuständigen Ministerien klingt versöhnlich: „Das DIW und das Statistische Bundesamt werden weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten. Es besteht Einvernehmen, dass durch die Veröffentlichung das Statistik- oder Steuergeheimnis nicht verletzt worden ist“, heißt es in einem abgestimmten Vermerk des Finanzministeriums.

„Das haben wir sowieso nie behauptet“, entgegnete der Sprecher des Wiesbadener Amts, Klaus Pötzsch. „Wir haben nur die Gefahr gesehen, dass es zu einer Verletzung kommen könnte.“ Im Klartext: Man hatte befürchtet, dass die offizielle Steuerstatistik durch die DIW-Bearbeitung nicht mehr anonym ist.

„Die Deanonymisierung von Einzeldaten muss ausgeschlossen werden. Wir werden die Einzelpunkte in Fachgespräche klären“, sagte Pötzsch. In dem Vermerk heißt es, künftig sei die Datennutzung durch das DIW voll gewährleistet, wenn „das geltende Zustimmungsverfahren für Veröffentlichungen in Zukunft in vollem Umfang eingehalten wird“. DIW- Sprecher Carel Mohn erklärte, dass damit die „äußerst schwerwiegenden Vorwürfe“ vom Tisch seien. (mod)

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