Wirtschaft : Metro-Chef Körber: "Auch Weihnachten findet statt"

agr

Der weltweit fünftgrößte Handelskonzern, die Metro AG, hält trotz der Auswirkungen der Terroranschläge und einer spürbaren Kaufzurückhaltung an seiner Ergebnisprognose für 2001 fest. Aufgegeben wird aber das Ziel, einen Umsatz von über 50 Milliarden Euro zu erreichen. Die bisher erwartete Umsatzsteigerung wird um einen Prozentpunkt auf sechs Prozent reduziert. "Wir halten an der für das laufende Jahr prognostizierten Ergebnisverbesserung von mindestens zehn Prozent je Aktie fest", bekräftigte Hans-Joachim Körber, Vorstandschef des Handelskonzerns. In den ersten neun Monaten habe der Konzern Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. "Die Metro befindet sich weiterhin auf Erfolgskurs".

Analysten äußerten sich durchweg positiv über die Zahlen. Volker Herget von der Bankgesellschaft Berlin zeigte sich insbesondere von der Ertragslage positiv überrascht. Dennoch gab der Dax-Wert am Mittwoch in einem schwachen Börsenumfeld leicht nach. Körber begründete die leichte Korrektur der Umsatzprognose für das Gesamtjahr mit der Währungskrise in der Türkei, die zu starken Umsatzeinbußen geführt habe. Wegen der Konsumzurückhaltung seien außerdem die Konzernerlöse im Nonfood-Bereich (Media Markt, Saturn, Praktiker) hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Weihnachten findet aber statt", meinte Körber in Anspielung auf das umsatzstarke Geschäft rund um das Fest. Außerdem stehen noch zahlreiche Neueröffnungen an. Beispielsweise geht der Konzern in Russland und Kroatien an den Start.

Das Ergebnisziel von mindestens 1,21 (Vorjahr: 1,10) Euro je Aktie hat die Metro indessen bereits erreicht. Nur ein (unerwarteter) Ergebniseinbruch im vierten Quartal könnte dies noch in Frage stellen. Das Ergebnis je Aktie ist in den ersten neun Monaten um 0,15 auf 0,19 Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Ebit) stieg um 19,2 Prozent auf 368 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 4,8 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro zu. Der Auslandsanteil am Umsatz stieg von 41,7 Prozent auf 43,9 Prozent.

Lediglich mit den Elektronikfachmärkten Saturn und Media Markt verbuchte die Metro wegen eines schwachen dritten Quartals einen Ergebnisrückgang. Allein die Umsätze mit Computern und Telekom-Geräten seien um zehn beziehungsweise 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Körber sieht darin aber nur einen leichten Knick im Wachstum. Bereits im Oktober habe die Nachfrage wieder deutlich angezogen, sagte er.

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