Wirtschaft : Metro: Kraft im Ausland geholt

Deutschlands größter Einzelhandelskonzern, die Metro AG, hat im abgelaufenen Jahr den Umsatz kräftig gesteigert und dabei vor allem von der Geschäftsentwicklung im Ausland profitiert. Der Nettoumsatz im Konzern sei nach vorläufigen Zahlen um 7,1 Prozent auf 91,8 (Vorjahr 85,7) Milliarden Mark gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Ausland stieg der Umsatz dabei um 15,2 Prozent auf 38,7 Milliarden Mark, wodurch der Anteil am Konzernumsatz von 39,2 Prozent auf 42,1 Prozent zunahm. Die Börse reagierte wenig begeistert: Der Kurs der Metro-Aktie gab leicht nach.

In dem vorläufigen Bericht - den Konzernabschluss wird die Metro am 10. Mai vorstellen - zeigte sich der Vorstand mit dem Ergebnis zufrieden. Gewinnzahlen wurden noch nicht genannt. Nach den Worten von Metro-Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber erfüllt aber das im Dezember erreichte Umsatzvolumen die Erwartungen in vollem Umfang. Die Ausgliederung von Vertriebslinien wie Kaufhalle, Adler oder die Schuhhandelskette Reno, die 1999 zu einem Umsatzrückgang geführt hatte, sei inzwischen durch das starke Auslandswachstum mehr als ausgeglichen worden. Im Jahr 2000 hätten die Tochtergesellschaften 61 neue Filialen im Ausland eröffnet. Insgesamt verfügte Metro über 2169 Betriebsstätten.

Nach Ansicht von Branchenexperten liegen die Metro-Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Kritisiert wurde, dass der Konzern keine Aussagen über das Ergebnis gemacht habe, auch wenn derzeit die Rechnungslegung umgestellt werde. Metro wird sein Ergebnis bei der Bilanzvorlage im Mai erstmals nach International Accounting Standards vorstellen.

Ein Vergleich von Metro - weltweit der drittgrößte Handelskonzern - mit der Konkurrenz ist nach Einschätzung der Analysten schwierig. Der Weltmarktführer Wal Mart oder die Nummer Eins in Europa, die französische Carrefour-Gruppe, seien ganz anders aufgestellt als die Metro, sagte WestLB-Analystin Jadwiga Bobroska. Deutsche Bank-Analyst Nikolai Baltruschat wies darauf hin, die Carrefour-Gruppe bewältige gerade die Integration des Promodès-Konzerns und stelle Warensortiment sowie Logistik um. "Ein Vergleich verbietet sich", sagte Baltruschat. Das gelte auch für Metro und die niederländische Ahold-Gruppe. Ahold sei anders als die Metro in den USA vertreten.

Zufrieden zeigte sich der Konzern vor allem mit den Ergebnissen der 314 Elektronik-Fachmärkte (Media, Saturn). Zuwächse gab es auch im so genannten Cash & Carry-Geschäft, den Großmärkten. Im Lebensmitteleinzelhandel gab es dagegen Einbußen. Die jetzt unter "real" firmierenden ehemaligen Allkauf-Märkte hätten zwar ihren positiven Umsatztrend fortgeführt. Demgegenüber hätten die Verbrauchermärkte (extra) unter dem Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel gelitten. Auch die Kaufhof-Warenhäuser verbuchten Umsatzverluste.

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