Wirtschaft : Metro macht gute Geschäfte im Ausland

Auf dem Heimatmarkt bereiten dem Handelskonzern die Lebensmittel- und Warenhaussparte Probleme

Tanja Kewes

Düsseldorf - Das schwache Lebensmittelgeschäft und ein Umsatzminus der Kaufhof-Warenhäuser hat dem Handelskonzern Metro das Ergebnis im ersten Quartal vermiest. In beiden Segmenten seien Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal erneut gesunken, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit. Allein das gute Auslandsgeschäft ließ den Gesamtumsatz des Konzerns in den ersten drei Monaten dieses Jahres um mehr als vier Prozent auf 13,4 Milliarden Euro stiegen. Der Gewinn vor Steuern legte um fast neun Prozent auf knapp 40 Millionen Euro zu. Analysten zeigten sich enttäuscht, sie hatten ein deutlich besseres Ergebnis erwartet. Trotzdem schaffte die Aktie aber bis Handelsschluss ein kleines Plus von 0,39 Prozent auf 41,18 Euro.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält Metro allerdings fest: „Für 2005 erwarten wir weiterhin einen Umsatzanstieg von fünf bis sechs Prozent und ein Plus beim Ergebnis je Aktie von acht bis zwölf Prozent“, sagte Vorstandschef Hans-Joachim Körber. Dazu soll die internationale Expansion konsequent vorangetrieben werden. Dementsprechend werde der Großteil der für 2005 geplanten Investitionen von 1,9 Milliarden Euro in die Wachstumsmärkte Osteuropa und Asien fließen, sagte Körber.

Die Hypo-Vereinsbank stufte die Metro-Aktie nach Vorlage der Zahlen mit „Neutral“ ein. Der Konzern sei mit seinen Zahlen zwar hinter den Markterwartungen zurückgeblieben, zugleich seien aber die eigenen Ziele für das Gesamtjahr bestätigt worden, sagten die Banker.

Auch in diesem Quartal waren die stärksten Wachstumsbringer bei Metro die Elektrofachmärkte Media Markt und Saturn. Sie legten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis um rund 14 Prozent zu. Bei der zweiten großen Vertriebslinie des Konzerns lief es allerdings weniger gut – der Gewinn der Großhandelstochter Cash&Carry stagnierte auf dem Vorjahresniveau, der Umsatz ging um 5,5 Prozent zurück.

Noch schlechter sieht es bei Kaufhof aus – die Warenhäuser schreiben rote Zahlen. In den ersten drei Monaten setzten sie 822 Millionen Euro um, ein Minus von mehr als vier Prozent. Körber begründete das mit Sonderfaktoren, so habe es im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal drei Verkaufstage weniger gegeben. Doch trotz der schwierigen Lage im deutschen Einzelhandel „soll Kaufhof 2005 wieder schwarze Zahlen schreiben“, sagte Körber. Mit einer Imagekampagne und einer deutlich verjüngten Führungsmannschaft will der Konzernchef die Warenhäuser auf Kurs bringen. Veränderungen wird es auch im Sortiment geben: „Mehr Textilien und mehr hochwertige Marken“, so Körbers Konzept.

Zu kämpfen hat Metro auch mit der Lebensmittelsparte, besonders mit dem Ergebniseinbruch der Real-Märkte – deren Ergebnis (vor Steuern und Abschreibungen) sank von 13,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 3,1 Millionen Euro. Metro machte dafür erhöhte Werbeaufwendungen sowie Kosten für die Übernahme von Märkten der Extra-Supermarktkette verantwortlich. Extra hingegen konnte nach dem Verkauf von 119 Märkten an die Rewe-Gruppe den operativen Verlust halbieren.

Gut, dass der Metro-Konzern im Ausland aktiv ist. Hier stieg der Umsatz um neun Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich der Auslandsanteil am Umsatz auf 49 Prozent. „Vor allem in Osteuropa haben wir unseren dynamischen Wachstumskurs als größtes Handelsunternehmen der Region fortgesetzt“, sagte Körber. Hier verbuchte Metro ein Umsatzplus von fast 22 Prozent. HB

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