Wirtschaft : Metro profitiert von neuer Kauflust

Einzelhändler hatte glänzendes Weihnachtsgeschäft – Umsatz übersteigt erstmals 60 Milliarden Euro

Maren Peters

Berlin - Nach einem kräftigen Endspurt im Weihnachtsgeschäft hat der Einzelhandelskonzern Metro, zu dem unter anderem Media-Markt/Saturn und Galeria Kaufhof gehören, den Umsatz im vergangenen Jahr erstmals auf mehr als 60 Milliarden Euro hochgeschraubt. „Das Weihnachtsgeschäft verlief alles in allem sehr zufrieden stellend“, sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Donnerstag in Düsseldorf. Den größten Beitrag leistete erneut das Auslandsgeschäft, das zweistellig gewachsen ist. Die Börse honorierte die guten Zahlen mit einem kräftigen Kursanstieg von bis zu 3,2 Prozent. Vor allem mit dem starken Weihnachtsgeschäft hatte der Konzern die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Für Metro war es der größte Wachstumsschub seit sechs Jahren. Dabei geholfen hat Metro neben dem Zukauf der Géant-Warenhäuser in Polen und der 85 deutschen Wal-Mart-Filialen auch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar. Sie hat offenbar dazu geführt, dass viele Deutsche den Kauf großer Elektrogeräte auf das vierte Quartal vorzogen, um sich die höhere Steuer im neuen Jahr zu ersparen. Auch der Konkurrent Karstadt-Quelle hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen erfüllt habe.

Von der Kauflust der Deutschen zum Jahresende hat insbesondere die Metro-Elektroniktochter Mediamarkt/Saturn profitiert. Nach Angaben des Konzerns hat die Sparte eine „deutliche Wachstumsbeschleunigung“ erzielt und die höchste Zuwachsrate seit zwei Jahren verbucht. Detaillierte Zahlen nannte Metro allerdings nicht. Allein im vierten Quartal hat der Konzern 32 neue Filialen eröffnet, die meisten davon im Ausland.

Bei der Warenhauskette Galeria Kaufhof, die ihre Öffnungszeiten im Dezemberdeutlich ausgeweitet hatte, habe sich das Weihnachtsgeschäft „zufriedenstellend“ entwickelt, teilte Metro mit. Der Umsatz habe über dem Vorjahr gelegen.

Die Großmärkte (Cash & Carry) gehörten mit einem nach Konzernangaben „soliden Wachstum“ im Gesamtjahr dagegen wieder zu den Wachstumstreibern, auch wenn das Plus in den letzten drei Monaten des Jahres etwas schwächer ausfiel als zu Jahresbeginn. Die Zahl der Filialen wuchs in diesem Zeitraum vor allem in Osteuropa und Asien um 24 Filialen.

Bei der zuletzt angeschlagenen Supermarktkette Real, die Metro durch Übernahme der Wal-Mart-Filialen stärken wollte, habe sich der Umsatz im vierten Quartal (ohne Zukäufe) „leicht besser“ entwickelt als in den ersten neun Monaten des Jahres, hieß es. Rund 80 Prozent der Wal-Mart-Märkte sollen nach Angaben des Einzelhändlers bis Mitte 2007 auf den Namen Real umgestellt werden. Metro hatte bereits vorher mitgeteilt, dass 15 Wal-Mart-Filialen geschlossen werden sollen. Die Berliner Filiale in Neukölln ist nicht dabei.

Insgesamt steigerte der Metro-Konzern den Umsatz im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um 7,5 Prozent auf rund 60 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung der Zukäufe war es noch ein Plus von 6,6 Prozent, teilte Metro mit. Der Deutschland-Umsatz stieg um 1,9 Prozent, ohne Berücksichtigung von Wal-Mart waren es nur mäßige 0,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Einzelhandelsumsatz insgesamt war um 0,75 Prozent gestiegen. Im Heimatmarkt hat Metro das starke vierte Quartal vor einem Minus im Gesamtjahr bewahrt.

„Der Geschäftsverlauf im vierten Quartal lag insgesamt im Rahmen der Erwartungen“, sagte Metro-Chef Körber. „Das gilt auch für Deutschland.“ Auch für das kommende Jahr ist er zuversichtlich, dass der Konzern seine Ziele erreichen kann. Metro will den Umsatz 2007 um fünf bis acht Prozent steigern.

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