Wirtschaft : Metro strebt ins Ausland

Umsatz stagnierte 1996 / Bonus für Aktionäre

Köln(aku).Ihr Umsatzziel konnte die Metro AG im vergangenen Jahr nicht erreichen.Dennoch bezeichnete Vorstandssprecher Klaus Wiegandt das Geschäftsergebnis am Dienstag in Köln als zufriedenstellend.Die erste Bilanz seit der Verschmelzung von Asko, Kaufhof und Deutsche SB-Kauf zur Metro AG weist einen Konzernüberschuß von 717,2 Mill.DM aus.Der Umsatz erreichte 1996 mit rund 62 Mrd.DM das Vorjahresniveau, bereinigt um Verkäufe und Akquisitionen betrug die Steigerung 1,8 Prozent.Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Dividende von 2 DM je Stamm- und und 2,25 DM je Vorzugsaktie plus einem jeweiligen Bonus von 2 DM vorschlagen. Als "außerordentlich positiv" bezeichnete Wiegandt die Entwicklung der Elektronikmärkte MediMarkt und Saturn, der Warenhäuser und Adler-Modemärkte.Die ertragreichste Sparte der Metro bleibt aber weiter der Großhandel.Unter den Erwartungen blieben vor allem die Bau- und Möbelmärkte, deren Umsätze real um über 6 Prozent zurückgingen.Als Konsequenz hat die Metro vor kurzem Möbel Unger verkauft.Auf Dauer, sagte Wiegandt, werde der Konzern nur Sparten behalten, die unter den ersten drei am Markt seien.Zu Verkäufen weiterer defizitäter Konzernteile wollte er sich nicht äußern, die "wesentlichen Verlustbringer" habe Metro schon abgegeben, sagte er. In anderen Sparten setzt die Metro auf Umstrukturierung.Größter Erfolg sind die Warenhäuser, wo die auf das Galeria-Konzept umgestellten Geschäfte einen Umsatzzuwachs von fast 20 Prozent erzielten.Für 1997 plant der Konzern den Umbau von 18 Standorten, darunter auch den Kaufhof am Alexanderplatz.In die Umstellung auf das Galeria-Konzept investiert die Metro in diesem Jahr 240 Mill.DM, insgesamt belaufen sich die Investitionen des Konzerns 1997 auf 1,9 Mrd.DM.Davon gehen 670 Mill.ins Ausland - wo Metro kräftig expandieren will.Umsatzzuwächse, so Wiegandt, seien in den nächsten Jahren vor allem in Osteuropa zu erwarten. Im vergangenen Jahr waren 176 500 Mitarbeiter, darunter 7700 Auszubildende, beim Metro-Konzern beschäftigt.Durch die geplante Erhöhung der Teilzeitquote von 45 auf über 50 Prozent soll sich 1997 zwar die Mitarbeiterzahl erhöhen, die Anzahl der Vollzeitstellen wird jedoch zurückgehen.Neue Arbeitsplätze schafft die Metro vor allem im Ausland: In Polen, der Türkei und China expandiert der Konzern kräftig.Für das Jahr 1997 erwartet der Konzern trotz allgemeiner Stagnation im Handel einen Umsatzzuwachs von 3 Mrd.DM.

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