Wirtschaft : Metro wächst vor allem im Ausland

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Der größte deutsche Handelskonzern Metro AG setzt weiter auf internationales Wachstum und will sich damit vom schwierigen deutschen Markt abkoppeln. Auch in diesem Jahr hat sich Metro zum Ziel gesetzt, den Umsatz um sechs Prozent zu steigern und das Ergebnis je Aktie um zehn Prozent zu verbessern. Dabei will Metro allein in diesem Jahr 7000 neue Arbeitsplätze schaffen - allerdings kaum einen davon in Deutschland. An der Börse gab die Metro-Aktie nach. Börsianer verwiesen darauf, dass das Ergebnis pro Aktie zuletzt um zwölf Prozent gestiegen sei. Eine Abflachung der Wachstumsrate ist nicht nach dem Geschmack der Anleger.

Wie der Vorstandschef Hans-Joachim Körber zur Bilanzvorlage in Düsseldorf sagte, habe der Konzern im vergangenen Jahr trotz der Konjunkturflaute "ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr" hingelegt. Das, so Körber, liege vor allem am Ausland. Während der Düsseldorfer Konzern den Umsatz in Deutschland nur um 1,5 Prozent erhöhen konnte und die Mitarbeiterzahl hierzulande verringern musste, wuchs Metro im Ausland zum Teil zweistellig. Lag der Auslandsanteil am Umsatz 1997 noch unter fünf Prozent, sind es mittlerweile 44 Prozent. Mittelfristig, so Körber, soll er die 50-Prozent-Marke überschreiten. Weltweit stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 49,5 Milliarden Euro und blieb damit leicht hinter den Planzahlen zurück. Hauptgrund dafür war nach eigenen Angaben die türkische Währungskrise. Der Gewinn pro Aktie stieg um 11,9 Prozent auf 1,23 Euro. Wie im Vorjahr will Metro eine Dividende von 1,02 Euro zahlen.

Wachstumsträger waren 2001 erneut die Großhändlermärkte Cash & Carry, die Nummer Eins im Konzern, und die Elektronikfachmärkte Media/Saturn mit einem Umsatzwachstum von rund acht Prozent beziehungsweise 9,5 Prozent. Bei beiden Sparten sollen im laufenden Geschäftsjahr weitere Geschäfte im Ausland dazukommen.

Am morgigen Donnerstag soll der erste Metro-Markt in Vietnam eröffnet werden, bis Ende des Jahres folgen Indien und Japan. Vorstandschef Körber schließt allerdings auch Akquisitionen nicht aus, wenn sich geeignete Unternehmen anbieten. "Wir beobachten den deutschen und europäischen Markt sorgfältig", sagte er. Im Zentrum stehe aber das "organische Wachstum".

Schwierigkeiten bereitet dem Management weiterhin die Baumarktkette Praktiker. Auch 2001 schrieb die Kette wieder rote Zahlen. Bei einem geringeren Umsatz als im Vorjahr betrug der Verlust 9,7 Millionen Euro. Wie der Metro-Chef Chef betonte, haben die Baumärkte aber ihr Ergebnis (Ebit) auf Grund von Kostensenkungen deutlich verbessert. Wenn alles normal laufe, rechnet er damit, dass die Baumärkte im laufenden Geschäftsjahr erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben. Schließungen weiterer Baumärkte schloss er gleichwohl nicht aus. Wenig zufrieden äußerte sich Körber auch über die ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres. Der Start sei "verhalten" gewesen. Er rechnet aber mit einem Aufschwung in Deutschland, wenn sich - wie erwartet - die Weltwirtschaftslage in der zweiten Jahreshälfte verbessert. Metro ist mit einem Umsatz von knapp 50 Milliarden Euro der viertgrößte Handelskonzern nach dem Marktführer Wal-Mart.

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