Wirtschaft : Metro will noch aggressiver werben

Handelskonzern mit Umsatz- und Gewinnplus im dritten Quartal – obwohl die Kauflaune der Deutschen nach wie vor schlecht ist

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Düsseldorf (kwi). Gute Geschäfte in den Großmärkten, Elektronikketten und Baumärkten haben Metro mehr Umsatz und deutlich mehr Gewinn beschert. Profitiert habe der Handelskonzern dabei auch von der aggressiven Werbestrategie im Inland, sagte MetroChef Hans-Joachim Körber bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag. Er kündigte für das Weihnachtsgeschäft noch aggressivere Werbung als in den Vorjahren an. Doch auch Metro spürt die mangelnde Kauflust in Deutschland – wenn auch in geringerem Maße als andere Einzelhändler. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich nicht geändert, sagte Körber. „Die Reformen dürfen nicht nur angekündigt, sondern müssen auch umgesetzt werden.“ Sonst würden die Konsumenten weiter verunsichert.

Nach den schwachen Sommermonaten hat der deutsche Einzelhandel insgesamt auch im September nicht mehr umgesetzt. Im Vergleich zum August blieb der Umsatz bereinigt um saisonale Effekte und ohne Berücksichtigung der Inflation (real) unverändert, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Analysten nannten dieses Ergebnis eine Enttäuschung. Im Juli und August hatte unter anderem die Hitzewelle dem Einzelhandel Umsatzeinbußen beschert. Der für September erhoffte Aufholeffekt blieb aus. Und obwohl der September 2003 einen Arbeitstag mehr hatte als der September 2002, lagen die Umsätze real 0,4 Prozent unter denen des Vorjahres. Nach Angaben der Bundesbank, die auch den Verkauf von Autos und die Umsätze von Tankstellen berücksichtigt, ging der Umsatz im September um 0,7 Prozent gegenüber dem August zurück und lagen 2,2 Prozent unter dem Vorjahr.

Die Metro profitiert jedoch davon, dass sie inzwischen fast jeden zweiten Euro im Ausland umsetzt – vor allem mit den Großmärkten (Cash&Carry) und den Eletronikgeschäften Media Markt/Saturn. Bereiche wie die Kaufhof-Warenhäuser und die Extra-Märkte – die überwiegend oder nur in Deutschland aktiv sind – kämpften weiter mit rückläufigen Geschäften und Erträgen. Beim Kaufhof brach der operative Gewinn (Ebit) im dritten Quartal um mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,9 Millionen Euro ein. Die verlängerten Ladenöffnungszeiten hätten die sommerliche Kaufzurückhaltung der Kunden nicht ausgleichen können.

Insgesamt steigerte Metro im dritten Quartal den Umsatz um 3,6 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro, den Ertrag (Ebit) um 12,4 Prozent auf 211 Millionen Euro. Damit lagen die Zahlen leicht über den Erwartungen der Analysten. Dennoch gab die Aktie am Freitag 0,7 Prozent auf 34,95 Euro nach. Grund: Der geplante Verkauf des milliardenschweren Immobilienbesitzes ist gescheitert. Einfluss auf den Gewinn habe dies aber nicht, sagte Körber. Analysten hatten jedoch damit gerechnet, dass Metro den Erlös aus dem Verkauf für eine weitere Expansion im Ausland einsetzen könne.

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