Wirtschaft : Metro will sich weltweit ausdehnen

Expansion soll Stammgeschäft kompensieren / 992 Mill.DM Jahresüberschuß 1996

DÜSSELDORF (dpa).Der größte europäische Handelskonzern, Metro, hat im vergangenen Jahr trotz der Flaute im Einzelhandel zugelegt.Der Jahresüberschuß der Metro Holding AG, Baar (Schweiz), stieg um mehr als 16 Prozent auf 992 Mill.DM."Wir haben in einem schwierigen Umfeld respektabel abgeschnitten", sagte der Delegierte des Verwaltungsrates, Erwin Conradi, am Montag in Düsseldorf.Der konsolidierte Umsatz wuchs um 1,7 Prozent auf 76,4 Mrd.DM.Die Eigenkapitalrendite der Holding betrug etwa elf Prozent.Angestrebt werde ein Wert zwischen zwölf und 15 Prozent. Die wichtigste Beteiligung der schweizerischen Holding ist der Kölner Handelsriese Metro AG; hinzu kommen unter anderem die Metro-Landesgesellschaften.Die Metro AG, Köln, war vor einem Jahr aus der Fusion mit der Kaufhof Holding AG, der Asko Deutsche Kaufhaus AG und der Deutsche SB-Kauf entstanden.Conradi: "Das erste Jahr, in dem wir voll von diesen Veränderungen profitieren werden, ist nach meiner Einschätzung das Jahr 1999." Dann kämen auch die auf mehr als 400 Mill.DM veranschlagten Synergien voll zum Tragen. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Internationalisierung: Der Schwerpunkt liege in China, Polen und der Türkei.Expansion dort solle die geringen Wachstumschancen in den Stammärkten kompensieren.Die neuen Geschäftsfelder in den Bereichen Telekommunikation, Multimedia und Electronic Commerce befinden sich den Angaben zufolge noch im Aufbau und leisten daher noch keinen nennenswerten Beitrag zum Ergebnis.Eine weitere planmäßige Ausweitung des Portfolios sei nicht vorgesehen.Das Unternehmen will sich dagegen "ohne zeitlichen Druck" von nicht so erfolgreichen Geschäftsfeldern trennen.Nähere Angaben machte Conradi nicht. Die Verhandlungen über die geplante Akquisition von 86 europäischen Großhandelsmärkten der niederländischen Makro-Gruppe sollen zügig fortgeführt werden.Conradi geht davon aus, daß die Gespräche Mitte bis Ende Oktober in die "heiße Phase" kommen."Es handelt sich um einen großen und komplexen Deal mit einer unendlichen Bandbreite unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten." Die Metro Holding ist derzeit bereits mit 40 Prozent am europäischen Makro-Großhandel beteiligt.Die Metro-Gruppe beschäftigte 1996 rund 150 000 Vollzeitmitarbeiter, insgesamt sind mehr als 200 000 Menschen bei dem Handelsriesen tätig.

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