Wirtschaft : MG Technologies baut 1000 Stellen ab

Anlagenbauer steigert operatives Ergebnis und will wegen schlechter Konjunktur weiter sparen

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Frankfurt (Main) (ro). Trotz der schwierigen Konjunktur hat die Frankfurter MG Technologies im Geschäftsjahr 2001/2002, das am 30. September endete, den operativen Gewinn steigern können, und zwar von 344,2 auf 347,6 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern ging allerdings um 13 Prozent auf gut 320 Millionen Euro zurück. Wegen der schwierigen Konjunktur und der Belastungen aus den Beschlüssen der Koalition hält Vorstandschef Kajo Neukirchen allerdings weitere Umstrukturierungen und Einsparungen für unausweichlich. Diesen Maßnahmen würden im nächsten Jahr rund 1000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Das soll dazu beitragen, dass die Kosten dauerhaft um 100 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden. Die Hälfte davon solle bereits im laufenden Geschäftsjahr eingespart werden.

Neukirchen zeigte sich am Mittwoch mit dem Ergebnis zufrieden. „Diese erfreuliche Steigerung haben wir durch frühzeitige und umfassende Fitnessmaßnahmen und die strategische Ausrichtung auf wachsende Technologiemärkte erreicht." Sowohl im Anlagenbau als auch in der Chemie seien zum Teil erhebliche Verbesserungen realisiert worden. Der Umsatz der MG lag 2001/2002 mit 8,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter sank um gut 2300 oder 6,8 Prozent auf rund 32 000. Die Hälfte des Abbaus entfiel auf Unternehmensverkäufe.

In der Sparte Anlagenbau stieg der Umsatz leicht auf knapp 4,2 Milliarden Euro, das Ergebnis erhöhte sich um 41 Prozent auf 250 Millionen Euro. Im ChemieSegment sank der Umsatz leicht auf 3,95 Milliarden Euro, das Ergebnis allerdings ermäßigte sich deutlich von 323 auf nur noch gut 277 Millionen Euro. Dynamit Nobel konnte dabei im Gegensatz zu den anderen Chemieablegern den Überschuss um 3,4 Prozent auf 252 Millionen Euro steigern.

Das laufende Jahr beurteilt MG-Chef Neukirchen zurückhaltend, auch wegen der Belastungen aus den Beschlüssen der Bundesregierung. Eine konkrete Prognose für das nächste Jahr wagt er nicht. Das vergangene Jahr habe aber gezeigt, dass die MG Konjunktureinbrüche gut verkraften könne. Impulse erhofft sich Neukirchen auch durch straffere Strukturen, die Konzentration von Standorten im Anlagenbau und durch Veränderungen im Management. So wird unter anderem Dynamit Nobel-Chef Jörg Deisel überraschend zum Jahresende ausscheiden.

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