Wirtschaft : MG technologies: Die frühere Metallgesellschaft legt beim Ergebnis kräftig zu

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Die MG technologies, die frühere Metallgesellschaft, hat im Geschäftsjahr 1999/2000 zum sechsten Mal in Folge ihren Gewinn mit einem zweistelligen Prozentsatz gesteigert. Vor Steuern lag das Ergebnis mit 278 Millionen Euro um stolze 47 Prozent über der Vorjahreszahl. Vorstandschef Kajo Neukirchen wertet dies als besonderen Erfolg, da MG im Großanlagenbau durch Managementfehler, Restrukturierungen und einen Betrugsfall einen Verlust von rund 110 Millionen Euro verkraften musste. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro.

Getragen wurden die Geschäfte des Traditionsunternehmens, das Ende 1993 knapp an der Pleite vorbeigeschrammt war, durch den Chemiebereich um Dynamit Nobel und die Engineering-Sparte, die 1999 durch den Erwerb der Bochumer Gea entscheidend gestärkt werden konnte. In seinem ersten vollen Geschäftsjahr im MG-Konzern erreichte Gea ein Ergebnis von 174 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 2,7 Milliarden Euro. Dynamit Nobel konnte den Vorsteuer-Gewinn um 51 Prozent auf 242 Millionen Euro erhöhen, der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Im Chemiehandel konnte die MG-Tochter Solvadis AG das Ergebnis von 31 auf 117 Millionen Euro erhöhen. Gedrückt wurden diese Gewinne durch die im Frühsommer aufgetauchten Probleme im Großanlagenbau. Das Tochterunternehmen konnte zwar im zweiten Halbjahr einen Gewinn von zehn Millionen Euro einfahren, für das gesamte Geschäftsjahr muss allerdings ein Verlust von 45 Millionen Euro verbucht werden. Dazu kommen Sanierungskosten von 35 Millionen Euro und die Verluste aus Betrügereien bei Stahlbau Plauen in Höhe von 30 Millionen Euro. Der Umsatz im Großanlagenbau sank um acht Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Für Vorstandschef Neukirchen liegt die MG mit ihrer Ausrichtung auf die Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie, für die komplette Anlagen und Prozesssysteme geliefert und zum Teil sogar die Produktion übernommen wird, auf einem zukunftsträchtigen Weg. 30 Prozent des Umsatzes erziele die mg derzeit mit der Life-Science-Industrie. Dieser Anteil soll in den nächsten Jahren auf 50 Prozent hochgefahren werden - durch internes Wachstum, aber auch durch Akquisitionen. Trotz konjunktureller Risiken erwartet Neukirchen auch deshalb im laufenden Geschäftsjahr eine erneute Umsatz- und Ergebnissteigerung.

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