Wirtschaft : mg technologies: Rekordgewinn erzielt

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Trotz der im Frühjahr aufgetretenen gravierenden Probleme im Großanlagenbau wird die mg technologies, die ehemalige Metallgesellschaft, im Geschäftsjahr 1999 / 2000 zum sechsten Mal in Folge nach der Beinahepleite im Jahr 1993 den Gewinn zweistellig steigern. Darauf hat mg-Vorstandschef Kajo Neukirchen am Mittwoch in Frankfurt hingewiesen. Im Großanlagenbau mit den Töchtern Lurgi, Lurgi Lentjes und Zimmer wird es allerdings auf Grund hoher Restrukturierungskosten einen dreistelligen Millionenverlust geben. Nach dem dort bereits 1300 der 6200 Arbeitsplätze gestrichen wurden, werden nach Angaben von Neukirchen im laufenden Geschäftsjahr 2000 / 2001 weitere 200 Stellen abgebaut.

Im Frühjahr hatten verschiedene Faktoren zu einer dramatischen Verschlechterung im Geschäftsfeld Großanlagenbau geführt. Dazu zählt Neukirchen das schlechte Umfeld auf dem Energiemarkt, wo Kraftwerke stillgelegt und - ebenso wie bei den Ölkonzernen - Investitionen gestrichen oder zurückgestellt wurden. Folglich bekam auch die mg weniger Aufträge. Daneben musste das Unternehmen bei etlichen von ihr angestoßenen Investitionen Lehrgeld bezahlen. Schließlich gab es bei Stahlbau Plauen Betrügereien. Dort seien, so Neukirchen, über Jahre hin Bilanzen manipuliert worden, was zu einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe geführt habe. Mittlerweile hat die mg gegen drei ehemalige Geschäftsführer Strafantrag gestellt und Zivilklage erhoben. Unter dem Strich fiel so bei Lurgi im ersten Halbjahr 1999 / 2000 ein Verlust von 55 Millionen Euro an.

Mittlerweile hat die Sparte mg Engineering mit Ex-Dynamit-Nobel-Chef Fritz Lehnen einen neuen, im mg-Gesamtvorstand verantwortlichen Manager. Die bisherigen Vorstandsverantwortlichen bei Lurgi hatten im Sommer ihren Hut nehmen müssen. Aufgrund der Krise hat die mg das Unternehmen umgebaut, die Holding an der Spitze verkleinert und direkt unter der Sparte Engineering mit der neuen Lurgi, Lurgi Lentjes und der Zimmer AG drei selbständige Töchter etabliert. Damit kehrt die mg zu der Struktur zurück, die bereits bis Mitte der neunziger Jahre galt. Mehrere Bereiche wurden zudem zusammengeführt, mehrere Felder wie Kesselanlagen geschlossen und wenig erfolgversprechende Verfahren für den Anlagenbau aufgegeben. Rund ein Fünftel der Stellen wurde gestrichen.

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