Wirtschaft : mg technologies: Unternehmen muss Rückstellungen bilden

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Der seit einem halben Jahr währende Streit mit Großaktionär Otto Happel über den angeblich nicht korrekten Abschluss des Geschäftsjahres 1999/2000 kostet die mg technologies nach Angaben von Finanzchef Karlheinz Hornung ein "Schweinegeld". Es gehe um einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro. In dieser Höhe muss das Unternehmen Rückstellungen bilden. Damit werde auch der Anstieg des Gewinns im Geschäftsjahr 2000/2001 abgeschwächt.

Eskaliert war der Streit vor knapp zwei Wochen als ein von Happel, der 9,9 Prozent der mg-Aktien hält, in Auftrag gegebenes Gutachten vorab bekannt wurde. Darin behauptet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PwC), die mg habe für 1999/2001 falsch bilanziert und einen Verlust von 142 Millionen Euro erwirtschaftet. In der Bilanz steht ein Gewinn von 192 Millionen Euro. Einblick in die Bilanz und in Unterlagen der mg hatte PwC bei seinen Untersuchungen allerdings nicht. Nicht nur mg-Vorstandschef Kajo Neukirchen, der die Vorwürfe Happels bereits auf der Hauptversammlung im März entschieden zurückgewiesen hatte, ist sauer. Auch bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ist man erbost. Sie hat die mg-Bilanz für 1999/2000 geprüft und für einwandfrei beschieden. Am Montag verdammte auch mg-Finanzchef Hornung das "Parteigutachten" von PwC in Bausch und Bogen. Auch er wirft den Gutachtern Verstöße gegen Bilanzierungsrichtlinien vor, spricht von "völlig willkürlichen" und "nicht nachvollziehbaren" Berechnungen.

Bis Ende November muss die mg beim Amtsgericht Frankfurt, wo Happel Antrag auf eine Sonderprüfung eingereicht hat, eine eigene Stellungnahme abgeben. Mit einer Entscheidung des Richters rechnet Hornung nicht vor Frühjahr. Dann gebe es noch zwei weitere Instanzen. Ein jahrelanger Rechtsstreit sei nicht ausgeschlossen.

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