Wirtschaft : Mibrag erwartet 2001 Gewinn

THEISSEN (dpa).Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) will vom Jahr 2001 an Gewinn erwirtschaften."Zugleich wird sich die Belegschaft bis zum Jahr 2000 durch den noch nicht abgeschlossenen Strukturwandel um rund 600 Mitarbeiter auf 2000 Beschäftigte verringern", sagte Geschäftsführer Gerd Spaniol am Mittwoch abend in Leipzig.Momentan mache die Mibrag Verlust.Bei einem Umsatz von 533 Mill.DM werde sich das Minus für 1997 auf rund 50 Mill.DM (1996: minus 130 Mill.DM) belaufen.

Spaniol erklärte, daß die ab 2001 bei der Mibrag erwarteten Erlöse durch die veränderte Rechtslage und den härter werdenden Wettbewerb geringer sein würden als ursprünglich angenommen.Konkrete Zahlen nannte er nicht."Vor einigen Jahren dachte ich, wir hätten eine Geldmaschine im Keller.Die ist zwar da, aber mit Sicherheit wird sie nicht die ganz großen Scheine drucken", sagte Spaniol.Dennoch werde die Mibrag ab 2000 fit für den Wettbewerb sein.Bis dahin will sie in die Modernisierung ihrer Tagebaue, Brikettfabriken und Kraftwerke mehr als 1,2 Mrd.DM investieren.

Die Mibrag liefert Braunkohle, Braunkohlenstaub, Briketts, Strom Dampf und Fernwärme.Sie förderte 1997 fast 14 Mill.Tonnen Kohle aus den Tagebauen Profen in Sachsen-Anhalt und Zwenkau in Sachsen, wie es weiter hieß.Zwenkau läuft aber im kommenden Jahr aus.Zugleich beginnt im Tagebau Schleenhain (Sachsen) die Förderung.Er soll 40 Jahre lang das 1999 in Betrieb gehende Großkraftwerk Lippendorf des ostdeutschen Energieversorgers Veag (Berlin) beliefern.Nach Angaben von Spaniol soll die Kohleförderung der Mibrag damit im Jahr 2000 rund 18 Mill.Tonnen betragen.Der Geschäftsführer bekräftigte, daß die Mibrag auf die umstrittene, inzwischen aber vom sächsischen Landtag per Gesetz beschlossene Abbaggerung der Gemeinde Heuersdorf (Kreis Leipziger Land) zugunsten des Tagebaus Schleenhain nicht verzichten könne."Dort liegt beste Kohle." Bislang weigern sich noch viele der rund 300 Einwohner, ihren Ort zu verlassen."Wir gehen fest davon aus, daß es einen Kern von Umsiedlungsgegnern gibt, den wir nicht umstimmen können", sagte Spaniol.Notfalls werde es zu Enteignungen kommen.Bis 2005 müßten alle das Dorf verlassen haben, da ab 2008 die Bagger kämen.

Zu DDR-Zeiten wurden in Mitteldeutschland mehr als 100 Mill.Tonnen Rohbraunkohle pro Jahr gefördert.So startete die nach der Wende gegründete Mibrag mit mehr als 50 000 Mitarbeitern und über 20 Tagebauen.Aufgrund des rückläufigen Energie- und Braunkohlebedarfs im Osten wurde die Förderung in den meisten Gruben eingestellt.Im Januar 1994 wurde die Mibrag von der damaligen Treuhandanstalt als erstes deutsches Bergbauunternehmen an ausländische Investoren verkauft.Seitdem gehört die Gesellschaft zu je einem Drittel der britischen PowerGen (Coventry) sowie den US-Unternehmen NRG Energy (Minneapolis) und Morrison Knudsen (Boise).

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