Wirtschaft : Michael Rogowski: Henkels Wunschkandidat wurde einstimmig als neuer Präsident des BDI nominiert

ank

Immer schon, wenn es um Spitzenämter in der deutschen Industrie ging, fiel der Name Michael Rogowski. Doch der 61 Jahre alte Unternehmer aus Heidenheim an der Brenz - das liegt im Osten der Schwäbischen Alb - zeigte nie großes Interesse daran, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zu werden. Wer wie Rogowski das Monopol des Flächentarifs für eines der Grundübel der Deutschland AG hält, der ist bei der BDA nicht gut aufgehoben: Es sei denn, er käme in der Absicht, die Organisation aufzulösen. Besser passt da schon der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Rogowski plädiert - ganz und gar in der Nachfolge von Tyll Necker und Hans-Olaf Henkel - für mehr Wettbewerb am kartellierten deutschen Arbeitsmarkt. Deshalb wird es wohl auch stimmen, dass Rogowski der Wunschkandidat Henkels ist. Eher schon überrascht, dass auch das 40-köpfige Präsidium sich bei der Nominierung Henkels Vorschlag angeschlossen hat. Die Gefolgschaft gegenüber dem amtierenden Präsidenten zeigt auch, wie sehr Henkel, der Unbequeme, am Ende seiner Amtszeit, unter den Kollegen Respekt genießt. "Mut" brauche sein Nachfolger, hat Henkel gesagt. Rogowski hat Mut bewiesen: In den 90er Jahren als Präsident des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA), einer krisengebeutelten Branche, zugleich aber auch Herzstück des deutschen exporttreibenden Mittelstandes. Bei Voith, einem Familienunternehmen, das trotz eines Umsatzes von 3,9 Milliarden Mark noch als Mittelständler gilt, hat Rogowski als Vorstandsvorsitzender zudem gezeigt, dass die Deutschen sich auch um den Service ihrer technisch so komplizierten Maschinen kümmern wollen. Rogowski, der heute dem Voith-Aufsichtsrat vorsteht, ist ein Vertreter der globalen Old Economy.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben