Wirtschaft : Microsoft bangt um Paris

Kommune prüft Einsatz von freier Software in ihrer Verwaltung

-

Berlin (sag). In der französischen Hauptstadt Paris, die zugleich Sitz der europäischen MicrosoftZentrale ist, wird möglicherweise künftig die Verwaltung mit Linux-Software (siehe Lexikon) laufen. Microsofts Europa-Chef Jean-Philippe Courtois bestätigte bei einem Besuch in Berlin am Freitag, dass die Kommune derzeit überprüfen lässt, welche Auswirkungen der Wechsel von Microsoft zu Linux für die Verwaltung mit ihren insgesamt 17 000 Arbeitsplatzrechnern hätte. Im Jahr 2003 hatte der Stadtrat von München entschieden, künftig auf die so genannte Open-Source-Software zu setzen. Unweit der deutschen Microsoft-Zentrale wird nun eine Infrastruktur von insgesamt 14 000 Rechner umgestellt. Der Einsatz freier Software in der Verwaltung wird vom Bundesinnenministerium unterstützt. So soll die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen wie Microsoft verringert werden.

Courtois unterstrich unterdessen, dass die Entscheidung über einen Wechsel allein bei der Stadt Paris liege. Allerdings sollten nicht allein die Lizenzpreise, sondern auch die Kosten unter anderem für die Schulungen der Angestellten berücksichtigt werden. Zudem zeigte sich Courtois hinsichtlich der Lizenzgebühren gesprächsbereit. „Wenn langjährige Kunden über einen Wechsel nachdenken, müssen wir flexibel sein, und das sind wir auch“, sagte der Europa-Chef.

Die praktische Umstellung der Computerinfrastruktur in München erweist sich als schwieriger als zunächst angenommen. Wie die Zeitschrift „Computerwoche“ berichtet, bereitet sowohl die technische als auch die finanzielle Seite Probleme.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben