Wirtschaft : Microsoft beruft BMW-Chef in Kontrollgremium Softwarekonzern will den Regionen mehr Einfluss geben

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Frankfurt (Main) / Rom (jkn/tnt/HB). MicrosoftChef Steve Ballmer will den weltgrößten Softwarekonzern stärker in Richtung Europa öffnen und holt sich prominente Unterstützung aus Deutschland. BMW-Vorstandschef Helmut Panke soll als erster Nicht-Amerikaner in das „Board of Directors“ von Microsoft einziehen, einem dem Verwaltungsrat vergleichbares Kontroll- und Beratergremium. Der Schritt habe das Ziel, „mehr internationale Expertise“ in die Führung zu integrieren, sagte Ballmer dem „Handelsblatt“. Neben Panke soll auch der ehemalige AT & T-Manager Charles Nkosi das zehnköpfige Microsoft-Board verstärken.

Microsoft folgt damit dem Vorbild anderer IT-Unternehmen, die sich schon früher Manager von außen in ihre Kontrollgremien geholt haben. So saß bis vor kurzem ABB- Chef Jürgen Dormann im Board of Directors von IBM. Dem Aufsichtsrat von SAP gehört Nokia-Präsident Pekka Ala-Pietilä an. „Panke ist für Microsoft Deutschland ein Glücksfall, weil er trotz der globalen Perspektive sehr gut mit den deutschen und europäischen Märkten und deren Besonderheiten vertraut ist“, sagte Jürgen Gallmann, Chef von Microsoft Deutschland.

Nach Informationen aus Branchenkreisen führt die starke Dominanz der Amerikaner in der globalen Microsoft-Organisation immer wieder zu Reibereien. Zudem habe Microsoft in Deutschland die eigenen Pläne mehrfach verfehlt. Mit dem neuen Management und Gallmann an der Spitze habe sich das Unternehmen nun neu positioniert. „Das ist aus Sicht des Unternehmens sicher ein richtiger und wichtiger Schritt“, sagte Helmuth Gümbel, unabhängiger IT-Analyst, zur Berufung Pankes.

Um die Stellung der Regionen zu stärken, hat Ballmer ein weltweites Führungsteam für Vertriebs- und Marketingfragen installiert, dem je ein Vertreter der wichtigsten Länder angehört, darunter auch ein Deutscher. Ballmer rechnet in den kommenden Jahren in Europa mit einem stärkeren Wachstum als in den USA. Im Geschäftsjahr 2002 erzielte Microsoft 17,7 Prozent seines Umsatzes in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Im Jahr 2000 waren es noch 22,3 Prozent. Die Berufung Pankes könnte dem US-Unternehmen zudem helfen, sein angekratztes Image in Europa in Puncto Sicherheit aufzubessern. Erst kürzlich hatten Computerviren bei Microsoft-Anwendern große Probleme verursacht.

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