Wirtschaft : Microsoft bestellt Chips bei Infineon

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Berlin Der deutsche Chiphersteller Infineon hat einen Großauftrag von Microsoft erhalten: Für die neue Spielekonsole Xbox 360 liefert Infineon drei Halbleiter-Komponenten. Obwohl über den finanziellen Umfang sowie Stückzahlen Stillschweigen vereinbart wurde, bewerteten Analysten den Auftrag positiv. Die Aktie des mit Verlusten und einer Korruptionsaffäre kämpfenden Konzerns fiel nach anfänglichen Kursgewinnen um 1,43 Prozent auf 7,60 Euro zurück.

Infineon liefert für die nächste Generation der Xbox eine Speicherkarte, auf der Spielstände und -level gesichert werden können, einen Funkchip für das drahtlose Game-Pad (Steuergerät) sowie einen Sicherheitschip. „Damit wird verhindert, dass Fälschungen auf der Xbox laufen“, sagte eine Infineon-Sprecherin. Die Chips stammen aus Entwicklungszentren in Israel, Italien und Duisburg, wo Infineon vor allem Halbleiter für die mobile Kommunikation entwickelt. Hergestellt werden sie im Werk bei Paris. „Dort ist der Produktionsprozess für diese Art von Chips etabliert und läuft seit langem“, begründete die Sprecherin. Würden höhere Stückzahlen benötigt, könne die Fertigung auch in Dresden erweitert werden.

Infineon liefert erstmals Chips für einen Spielehersteller. Der Abschluss mit Microsoft sei kein Zuschussgeschäft, sagte Infineon-Nordamerika-Chef Robert LeFort. „Das ist keine Aktion, um die Produktpalette von Infineon zu bewerben.“ Microsoft wird am 24. November in den USA und kurze Zeit später in Europa die zweite Generation seiner Spielekonsole auf den Markt bringen.

Microsoft hat jährlich eine Milliarde Dollar in die Xbox investiert. 22 Millionen Stück der ersten Generation wurden verkauft. Sony und Nintendo wollen ihre neuen Konsolen Playstation3 und Revolution erst 2006 herausbringen. mot/dpa

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