Wirtschaft : Microsoft: Die Xbox ist kein Kinderkram

Corinna Visser

Microsoft steigt in den Markt für Spielekonsolen ein. Kinderkram? Keineswegs. Spielekonsolen sollen künftig zum elektronischen Unterhaltungszentrum in den Wohnzimmern werden. Die Verknüpfung mit dem Internet wird der nächste große Entwicklungsschritt sein. Mit Werbung und Online-Shops lässt sich im Netz bisher kaum Geld verdienen. Mit Entertainment jedoch sollen die Einnahmen sprudeln. Es geht um viel Geld. Der amerikanische Markt für Video- und PC-Spiele wird in diesem Jahr voraussichtlich um 20 Prozent wachsen. 2005 soll dann allein im US-Markt die Schwelle von zehn Milliarden Dollar überschritten werden. Computer-Unterhaltung hat längst Fernsehen, Kino oder Musik als wachstumsstärkste Medienbranche abgelöst.

Microsoft wird der Einstieg in den Markt der Spielekonsolen viel Geld kosten. Allein für die Werbekampagne zur Markteinführung in den Vereinigten Staaten Ende des Jahres will der Softwarehersteller 500 Millionen Dollar investieren. Mit der "Xbox" wird Microsoft in einen Markt eindringen, auf dem das eigene Betriebssystem Windows bisher keine Rolle spielt. Damit erschließt sich Bill Gates nicht nur ein neues - stark wachsendes - Geschäftsfeld jenseits des weltweit rückläufigen Marktes für Personalcomputer. Gerade die Internetfähigkeit der Spielekonsolen der Konkurrenz aus Japan musste für Microsoft ein Warnsignal sein. Wer mit der Konsole via Fernseher ins Netz geht, braucht keinen Internetbrowser von Microsoft. Jetzt kommt es darauf an, dass Mirosoft auch die Spieleentwickler auf seine Seite holt.

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