Wirtschaft : Microsoft erwägt Windows-Jahresgebühr

WASHINGTON (rtr).Der US-Softwarekonzern Microsoft erwägt offenbar, ab dem Jahr 2001 eine jährliche Nutzungsgebühr für sein Betriebssystem "Windows" zu verlangen.Das ergibt sich aus einem internen Dokument, das beim Kartellverfahren gegen den Konzern im US-Bezirksgericht Washington vorgelegt wurde.Microsoft erklärte, es handele sich bisher lediglich um eine Idee.Im Gerichtssaal warf ein von der Anklage bestellter Sachverständiger dem Konzern vor, die Windows-Programme wegen der monopolartigen Stellung überteuert zu verkaufen.

In einem Schreiben an Microsoft-Chef Bill Gates schlägt Konzern-Vizepräsident Joachim Kempin vor, für die Nutzung von Windows-Programmen jährliche Gebühren als "langfristig beste Lösung" einzuführen.Dies sei aber nicht vor 2001 möglich, wenn eine neue Version des Computerbetriebssystems auf den Markt komme.Das Schreiben datiert vom Dezember 1997.Firmensprecher Mark Murray erläuterte aber, dabei handele es sich nicht um ein Vorhaben, das vor der Realisierung stehe.Bisher bezahlt der Kunde für Windows eine einmalige Lizenzgebühr.

Die US-Regierung und 20 Bundesstaaten hatten Microsoft wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt.Die Kartellwächter werfen dem Software-Riesen vor, seine dominierende Stellung bei Betriebssystemen auszunutzen, um Konkurrenten zu verdrängen.Der Volkswirt Frederick Warren-Boulton, von der Regierung als Sachverständiger benannt, warf Microsoft vor, sein Monopol auszunutzen, um deutlich überhöhte Preise für seine Betriebssysteme zu verlangen.Würde auf dem Markt Wettbewerb herrschen, könnte das Unternehmen derartige Preise nicht durchsetzen, erklärte Warren-Boulton.Microsoft habe sogar selbst Bedenken gegen seine Preisgestaltung.

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