Wirtschaft : Microsoft: EU eröffnet Verfahren gegen den Softwarehersteller

Die Europäische Union hat am Donnerstag ein weiteres Kartellverfahren gegen den US-Softwarekonzern Microsoft eingeleitet. Die EU-Kommission erklärte, das Unternehmen habe auf rechtswidrige Weise seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Betriebssysteme für PCs auf den Markt der einfachen Server-Betriebssysteme ausgedehnt. Ferner beanstandete die Kommission, Microsoft habe seinen Media Player zum Abspielen von Audio- und Videodateien unzulässigerweise an das Betriebssystem Windows gekoppelt.

Die Kommission teilte mit, die Beschwerdepunkte seien Microsoft mitgeteilt worden - ein formaler Schritt im Kartellverfahren, der einer endgültigen Entscheidung nicht vorgreift. Vorausgegangen war eine umfassende Untersuchung des Betriebssystems Windows 2000, das im Februar vergangenen Jahres eingeführt worden war.

"Die Kommission ist der Auffassung, dass Microsoft den Anbietern von alternativen Server-Softwareprodukten wichtige Informationen zur Interoperabilität vorenthalten hat", hieß es in einer Stellungnahme. "Servernetze sind das Herz der Web-Zukunft, weshalb alle Anstrengungen gemacht werden müssen, um eine Monopolbildung durch rechtswidrige Praktiken zu verhindern", sagte dazu Wettbewerbskommissar Mario Monti.

Nach Ansicht der Kommission koppelte Microsoft den Media Player an sein Betriebssystem Windows und enthielt damit den Kunden Auswahlmöglichkeiten vor. Besonders wurde beanstandet, dass es keine einfache Möglichkeit gebe, den Media Player zu entfernen. Monti sagte, Media Player spielten eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Internets. Daher sei die Kommission entschlossen, einen unverfälschten Wettbewerb zu gewährleisten. Microsoft hat nach Angaben der Kommission zwei Monate Zeit, auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte zu antworten. In den USA läuft noch ein weiteres Kartellverfahren gegen den Softwarekonzern Microsoft.

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