Wirtschaft : Microsoft: EU-Wettbewerbsbehörde ermittelt

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Die EU-Kommission hat am Donnerstag in Brüssel ein Wettbewerbsverfahren gegen den US-Softwaregiganten Microsoft eröffnet. Der Konzern werde verdächtigt, seine marktbeherrschende Stellung bei der Software für PC-Betriebssysteme missbraucht zu haben, um auch bei so genannter Server-Software zu dominieren, sagte eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Donnerstag in Brüssel. Bei den Untersuchungen der EU-Kommission geht es um die Betriebssysteme Windows 95, 98 und NT 4.0. Der Konzern von Bill Gates sei nun aufgefordert worden, innerhalb von zwei Monaten eine schriftliche Stellungnahme abzugeben.

Die Kommission folgt mit dem Verfahren einer Beschwerde des US-Software-Herstellers Sun Microsystems. Dieser hat seinem Konkurrenten vorgeworfen, er sei bei der Lizenzvergabe diskriminierend vorgegangen und habe grundsätzliche Informationen über das Windows-Betriebssystem verweigert. "Wir werden nicht dulden, dass eine beherrschende Stellung auf einem Markt durch wettbewerbsfeindliche Methoden und unter dem Vorwand des Schutzes von Urheberrechten auf angrenzende Märkte ausgeweitet wird", erklärte Monti.

In den USA hatte ein Richter bereits im Juni als Strafe für das wettbewerbswidriges Verhalten die Zerschlagung von Microsoft in zwei Unternehmen angeordnet. Darüber ist aber noch ein Rechtsstreit anhängig. Bei einem EU-Kartellverfahren droht Microsoft "nur" ein hohes Bußgeld bis zu zehn Prozent des Konzern-Weltumsatzes.

Auch das Bundeskartellamt ermittelt gegenwärtig gegen Microsoft. Derzeit werde überprüft, ob das Unternehmen seine Marktmacht auch in Deutschland planmässig missbrauche, indem das Unternehmen versuche, die Preise im Softwarehandel zu diktieren, hieß es. Sollte sich der Verdacht erhärten, muss Microsoft auch in Deutschland mit einem Kartellverfahren rechnen. Die Überprüfung geht auf einen Fall zurück, in dem Microsoft einen Computerhändler der Produktpiraterie verklagt habe. Insgesamt führt Microsoft mehrere hundert Prozesse gegen Softwarehändler in Deutschland. Weltweit geht der Konzern derzeit gegen 7500 Webseiten- und Auktionsbetreiber vor.

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