Wirtschaft : Microsoft macht weniger Gewinn als erwartet

Microsoft hat trotz steigender Gewinne die Erwartungen der Wall-Street-Analysten enttäuscht. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 verbuchte der Softwarekonzern zwar ein Gewinnplus um rund zwölf Prozent auf 2,74 Milliarden Dollar - das entspricht 49 Cents pro Aktie. Analysten waren jedoch von 51 Cents ausgegangen.

Während das Geschäft des amerikanischen Softwareunternehmens mit der neuen Betriebssystem-Version Windows XP und mit Desktop-Anwendungssoftware florierte, tat sich Microsoft im Geschäft mit Unternehmen schwerer. Windows XP wurde in der Berichtszeit in fast 60 Prozent aller neuen PCs eingesetzt. Damit setzt sich Windows XP nach Darstellung von Microsoft schneller durch als frühere Windows-Versionen. Die Firmen halten sich aber mit Ausgaben für Informationstechnologie stark zurück. Das Geschäft mit der Spielekonsole X-Box läuft zwar in den USA gut, doch mussten die Preise in Europa und Australien drastisch gesenkt werden, um den Verkauf anzukurbeln.

Das Microsoft-Quartalsergebnis profitierte von einem Sondergewinn von 847 Millionen Dollar aus dem Verkauf der Online-Reisebürofirma Expedia. Dagegen gab es Sonderbelastungen von 806 Millionen Dollar für Investment-Wertberichtigungen. Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um rund 13 Prozent auf 7,25 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hatte Ende März liquide Mittel von 38,7 Milliarden Dollar in der Kasse.

Die Wall Street war aber über die relativ zurückhaltenden Microsoft-Prognosen für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres enttäuscht. Der weltgrößte Softwareanbieter rechnet für das laufende Quartal nur mit einem Umsatz von sieben Milliarden Dollar bis 7,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie dürfte 41 bis 42 Cents je Aktie betragen, während die Analysten 44 Cents je Aktie prognostiziert hatten. Die Microsoft-Aktien fielen nachbörslich von 56,37 Dollar zeitweise auf 52,61 Dollar.

Microsoft rechnet für das nächste Quartal mit einem etwas stärkeren PC-Wachstum. Dagegen seien die Erwartungen für die IT-Ausgaben der Unternehmen weiter bescheiden, erklärte Finanzchef John Connors. Für das gesamte Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem Umsatz von 31,5 Milliarden Dollar bis 32,4 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn pro Aktie dürfte zwischen 1,89 und 1,92 Dollar liegen. Wall Street hatte bisher 2,01 Dollar je Aktie erwartet.

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